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Neuenburger Regierung suspendiert Professor

In einer Affäre um einen Professor der Uni Neuenburg war von Teilplagiaten und «Konflikten innerhalb der Fakultät» die Rede. Nun hat die Regierung den Mann mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Der Professor erhält einen Verweis und eine formelle Kündigungsdrohung der Neuenburger Regierung: Eingangsbereich der Universität Neuenburg.
Der Professor erhält einen Verweis und eine formelle Kündigungsdrohung der Neuenburger Regierung: Eingangsbereich der Universität Neuenburg.
Keystone
Professor freigestellt: Das Hauptgebäude der Universität Neuenburg. (3. September 2013)
Professor freigestellt: Das Hauptgebäude der Universität Neuenburg. (3. September 2013)
Jean-Christophe Bott, Keystone
«Nicht möglich zu ermitteln, ob die Schlüsselelemente von Mobbing erwiesen sind»: Maire-Hefti verlangt Massnahmen zur Klärung der Konflikte von der Universität. (3. September 2013)
«Nicht möglich zu ermitteln, ob die Schlüsselelemente von Mobbing erwiesen sind»: Maire-Hefti verlangt Massnahmen zur Klärung der Konflikte von der Universität. (3. September 2013)
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Die Neuenburger Regierung hat wegen der seit Monaten schwelenden Plagiatsaffäre in der Universität einen Professor der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät suspendiert. Die Massnahme gilt solange, bis die Regierung einen Grundsatzentscheid zur Affäre fällt.

Dieser Entscheid werde sich auf eine Analyse des gesamten Dossiers stützen, teilte die Neuenburger Regierung mit. Im Kanton Neuenburg ist die Regierung für die Nomination der Professoren zuständig. Die vorläufige Suspendierung sei kein Präjudiz für die Entscheidung und eine allfällige Bestrafung, hielt die Regierung fest.

Gegenüber den Studenten, den Professoren und der Öffentlichkeit scheine eine Fortsetzung der Arbeit des Professors problematisch für den guten Betrieb der Universität, hielt die Regierung fest. Derzeit ist der Professor krank geschrieben.

Er forderte eine zusätzliche Frist, um sich zur Plagiatsaffäre zu erklären. Der Neuenburger Staatsrat genehmigte ihm eine «angemessene Frist». Da das Recht, angehört zu werden, respektiert werden müsse, verlängere sich das Verfahren entsprechend.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte der Anwalt des Professors, er werde einen allfälligen Rekurs beim Kantonsgericht mit seinem Klienten diskutieren. Seiner Ansicht nach gab die Neuenburger Regierung dem «Populismus und dem Druck der öffentlichen Meinung nach».

Immobiliengesellschaft gegründet

Die Affäre war ins Rollen gekommen, nachdem die Zeitung «Le Matin» Plagiate in einem Buch des Professors aufgedeckt hatte. Eine von der Regierung angeordnete Administrativuntersuchung stellte Teilplagiate durch Versäumnis sowie Verletzungen der Zitierungsregeln fest.

Die Untersuchung zeigte zudem eine schlechte Arbeitsatmosphäre an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät auf. Vor etwas mehr als einer Woche forderte dann die Universitätsleitung die Suspendierung des Professors.

Der Professor hatte offenbar im 2012 eine Immobiliengesellschaft gegründet und die dafür nötige Einwilligung der Universitätsleitung nicht eingeholt. Dies veranlasste die Universitätsleitung dazu, die Suspendierung des Professors zu fordern.

Hausdurchsuchung bei Journalist

Der Plagiatsaffäre hatte schweizweit für Schlagzeilen gesorgt, weil bei einem Journalisten von «Le Matin» eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde und elektronische Daten beschlagnahmt wurden. Anlass dafür war eine Klage des Professors gegen den Journalisten wegen übler Nachrede, Verleumdung und Verletzung des Amtsgeheimnisses.

Die Neuenburger Justiz befand die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Hausdurchsuchung Anfang September für illegal. Die Richter entschieden zudem, dass das beschlagnahmte Material zurückgegeben werden muss.

SDA

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