Zum Hauptinhalt springen

Mythos obligatorische Wehrpflicht

In Appenzell Innerrhoden leisten 81 Prozent der jungen Männer Militärdienst, im Jura bloss 49 Prozent. Wie kommt es zu solch markanten Unterschieden?

Ein Grenadier-Rekrut im Juli bei einer Übung in Isone TI.
Ein Grenadier-Rekrut im Juli bei einer Übung in Isone TI.
Christian Beutler, Keystone

Der 21-jährige Jusstudent G. Z.* wollte nicht ins Militär. Also gab er während der Aushebung an, er fühle sich in Gruppen unwohl und könne nicht mit anderen Männern im selben Raum schlafen. Darauf musste der junge Zürcher zum Gespräch mit einem Psychologen, wo er sich auffällig und zerstreut aufführte. Bei der medizinischen Untersuchung gab er zudem an, gelegentlich Kokain zu konsumieren. Das war zwar gelogen – doch G. Z. wurde militärdienstuntauglich. Er hat keine Bedenken, dass ihm diese Lüge schaden könnte: «In meinem Umfeld geht niemand ins Militär. Die Arbeitgeber begrüssen das.» Und falls doch irgendwann jemand seine Akte zu Gesicht bekäme, könne er die Notlüge erklären.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.