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Mutig, aber riskant

Es klingt nach einem kühnen Vorhaben, das die Drogenexperten des Bundes da planen. Keine drei Jahre nachdem das Volk nur schon die Entkriminalisierung von Cannabis wuchtig verworfen hat, gehen sie noch einen Schritt weiter und propagieren in einem neuen Leitbild legale Märkte für alle Drogen. Das magje nach Blickwinkel mutig bis realitätsfremd erscheinen, gleichwohl ist es sachlich richtig.

Die Schweizer Drogenpolitik krankt seit je an einem inneren Widerspruch. Gegen harte Drogen wird mit dem Strafrecht hart vorgegangen, bei weichen Suchtmitteln hält man sich mit Repression zurück. Dabei fällt die tatsächliche Schadensbilanz gerade umgekehrt aus: Unter dem Missbrauch von Alkohol, Tabak oder Medikamenten leiden deutlich mehr Menschen als unter jenem von harten Drogen. Auch der soziale und wirtschaftliche Schaden für die Gesellschaft ist weitaus grösser. Trotzdem käme es niemandem in den Sinn, auch Alkoholikern mit Gefängnis zu drohen.

Allein dies zeigt, dass die Schweizer Suchtpolitik zu sehr ideologisch geprägt ist. Im Zentrum sollten die Süchtigen stehen, nicht die Suchtmittel. Und diesen wäre mit einem kontrollierten, legalen Markt besser geholfen. Die Entkriminalisierung würde es einfacher machen, das Angebot zu kontrollieren, Süchtige zu erkennen und zu therapieren und den Schaden zu mindern.

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