Zum Hauptinhalt springen

Nach F/A-18-Absturz: Mehrheit will neue Jets

Der Kampfjetabsturz wirft Fragen auf: Luftwaffe abschaffen? Neue Jets kaufen? Die Redaktion Tamedia-Leser haben dazu eine deutliche Meinung.

Haben Fehler bei der Flugsicherung in Meiringen zum F/A-18-Absturz geführt?
Haben Fehler bei der Flugsicherung in Meiringen zum F/A-18-Absturz geführt?
Skyguide
An diesem Berggrat im Sustengebiet zerschellte der Kampfjet.
An diesem Berggrat im Sustengebiet zerschellte der Kampfjet.
Fritz Lehmann
Für Aviatik-Fans ein schönes Bild: Zwei F/A-18 starten in Genf.
Für Aviatik-Fans ein schönes Bild: Zwei F/A-18 starten in Genf.
Keystone
1 / 28

Erneut erschütterte vor einer Woche ein Kampfjetunfall die Öffentlichkeit. An einer Felswand im Sustengebiet zerschellte eine F/A-18. Der Pilot starb dabei. Gestern informierte die Militärjustiz über die vorläufigen Ergebnisse ihrer Untersuchung. In verschiedenen Medien wurde zuvor über die Unfallursache spekuliert – menschliches und technisches Versagen standen im Raum. So soll etwa das Radarsystem auf dem Militärflugplatz Meiringen veraltet sein. Und Skyguide habe den Piloten auf eine zu tiefe Flughöhe geschickt, lautete der Vorwurf. Letzteres wurde nun von den Ermittlern bestätigt.

Der Unfall reiht sich in eine Serie gravierender Zwischenfälle in der Schweizer Luftwaffe ein. Allein in den letzten drei Jahren sind drei weitere Kampfjets abgestürzt, vier Menschen starben dabei (hier geht es zur multimedialen Absturzbilanz seit 1949). Entsprechend laut wurden nach dem jüngsten Ereignis wieder die kritischen Stimmen, die eine Abschaffung der Luftwaffe fordern. Auf der anderen Seite stehen Mahner, die auf eine Erneuerung der Flotte drängen.

Redaktion Tamedia wollte daher wissen: Wie stehen die Leser zu diesen Fragen? Während vier Tagen beteiligten sich 2059 Personen an der nicht repräsentativen Umfrage. Die Ergebnisse sind eindeutig: Knapp 70 Prozent sind der Meinung, dass das Risiko von Flugzeugabstürzen in Kauf genommen werden müsse – und ebenso viele Befragte finden, die Schweiz brauche eine Luftwaffe.

Die politische Gesinnung hat einen starken Einfluss auf die Beurteilung dieser Frage: Vier von fünf Personen, die sich als links bezeichnen, sind gegenteiliger Meinung. Dagegen befürworten 93 Prozent der Mitte-rechts oder rechts stehenden Befragten die Luftwaffe. Nur knapp zehn Prozent der Teilnehmenden waren Frauen. Bei ihnen fällt die Zustimmung zur Luftwaffe mit 57 Prozent weniger hoch aus.

Dasselbe Muster zeigt sich auch bei der Frage nach der Abschaffung der gesamten Armee: 73 Prozent der Männer und mit 58 Prozent auch ein vergleichsweise geringerer Anteil der Frauen sind dagegen. Entsprechende Forderungen, etwa der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), sind folglich bei der Redaktion Tamedia-Leserschaft chancenlos. Je weiter links die Teilnehmenden stehen, desto eher stimmen sie einer Abschaffung zu. Nach eigenen Aussagen links Stehende heissen eine Abschaffung zu 83 Prozent gut; Mitte-rechts und rechts Stehende sprechen sich zu 94 Prozent für die Armee aus.

Die Beschaffung neuer Kampfjets war vor zwei Jahren an der Urne gescheitert. Rund 53 Prozent der Stimmbevölkerung sprachen sich damals gegen die 22 Gripen-Flugzeuge aus. In der Leserumfrage zeigt sich nun, dass vor allem Männer auf den – möglichst raschen – Kauf neuer Jets pochen. Für insgesamt 67 Prozent ist dies unumgänglich; mehr als die Hälfte davon findet bereits jetzt die 30 verbleibenden F/A-18 ungenügend zur Erfüllung der luftpolizeilichen Aufgaben. Bei den Frauen sprechen sich insgesamt 50 Prozent für neue Jets aus. Insgesamt wollen 65,1 Prozent der Befragten neue Flieger beschaffen. Die Frage korreliert zudem stark mit der politischen Gesinnung der Befragten: Wer sich im politischen Spektrum links verortet, findet, 30 Jets reichten aus. Je weiter rechts sich die Teilnehmenden einordnen, desto dringender wird der Kauf neuer Flugzeuge beurteilt.

Doch in der Zwischenzeit Flugzeuge zu leasen oder zu mieten, kommt für 40 Prozent der Befragten nicht infrage. Für weitere 39 Prozent darf nur im Notfall darauf zurückgegriffen werden. Nur jeder fünfte Befragte fände eine solche Massnahme sinnvoll. Deutlich – und von beiden Geschlechtern ungefähr gleichermassen – abgelehnt werden gekaufte luftpolizeiliche Dienste von Nachbarländern. 64 Prozent sind der Meinung, dass ein souveränes Land diese Aufgabe selber übernehmen müsse. Bei den Befragten, die sich als Mitte-rechts oder rechts stehend bezeichnen, liegt dieser Wert sogar bei rund 87 Prozent. Dagegen halten dies 63 Prozent der links Stehenden für ein kleines Land wie die Schweiz für legitim.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch