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Mehr Ferien bringt die Schweizer auf die Palme

Volksinitiativen, die mehr Ferien und weniger Arbeitszeit fordern, haben es an der Urne schwer: Nur die Volksinitiative für einen arbeitsfreien 1. August wurde angenommen. Alle übrigen wurden verworfen.

Arbeit geht vor: Grundsteinlegung auf dem Areal West Link in Zürich-Altstetten. (4. Juli 2011)
Arbeit geht vor: Grundsteinlegung auf dem Areal West Link in Zürich-Altstetten. (4. Juli 2011)
Keystone

Gemäss der aktuellen SRG-Umfrage befürworten nur gerade 39 Prozent der Stimmbürger die Initiative für sechs Wochen Ferien. Diese ablehnende Haltung zu mehr Ferien und Freizeit hat in der Schweiz eine lange Tradition.

3. März 2002: Die Volksinitiative «für eine kürzere Arbeitszeit» des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB für die 36-Stunden-Woche wird an der Urne mit 74,6 Prozent Nein abgelehnt. In keinem Kanton gibt es Ja-Mehrheiten.

26. September 1993: Die Volksinitiative «für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag» der Nationalen Aktion (heute SD) wird an der Urne angenommen mit 83,8 Prozent Ja, alle Stände stimmten zu.

4. Dezember 1988: Die Volksinitiative «zur Herabsetzung der Arbeitszeit» des SGB für eine 40-Stunden-Woche wird an der Urne mit 65,7 Prozent Nein abgelehnt. Nur im TI und JU gibt es Ja-Mehrheiten.

10. Mai 1985: Die Volksinitiative «für eine Verlängerung der bezahlten Ferien» von SP und Gewerkschaften wird an der Urne mit 65,2 Prozent Nein abgelehnt. Nur im TI und JU gibt es zustimmende Mehrheiten (Bundesrat und Parlament hatten zuvor im Obligationenrecht den gesetzlichen Ferienanspruch erhöht).

5. Dezember 1976: Die Volksinitiative «für die Einführung der 40-Stunden-Woche» der Linksparteien Poch und RML wird an der Urne mit 78 Prozent Nein abgelehnt. In keinem Kanton gibt es Ja-Mehrheiten.

26. Oktober 1958: Die Volksinitiative «zur Einführung der 44-Stunden-Woche» des Landesringes der Unabhängigen wird an der Urne mit 65 Prozent Nein abgelehnt. Nur in BS gibt es eine zustimmende Mehrheit.

Mehr Erfolg mit Referenden

Mehr Erfolg hatten Arbeitnehmer und Linke bei fakultativen Referenden. Einerseits verhalfen sie Gesetzen zur Beschränkung der Arbeitszeit zum Durchbruch (Fabrikgesetz 1877, Gesetz über Arbeitszeit in Verkehrsbetrieben 1920).

Andrerseits bekämpften sie erfolgreich Versuche zur Aufweichung von Arbeitszeitbeschränkungen (Revision des Fabrikgesetzes 1924, Nacht- und Sonntagsarbeit im Arbeitsgesetz 1996).

SDA/bru

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