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Mädchen dürfen mit Kopftuch in die Schule

Nach landesweiter Kritik dürfen zwei Mädchen aus Somalia wieder den Schulunterricht besuchen – mit Kopftuch. Ein Lehrer der Primarschule Au-Heerbrugg hatte sie zuvor deswegen nach Hause geschickt.

Das Bundesgericht wird klären müssen, ob ein Kopftuchverbot zulässig sein kann: Die zwei somalischen Mädchen in Heerbrugg. (Bild: Screenshot «10vor10» von SRF)
Das Bundesgericht wird klären müssen, ob ein Kopftuchverbot zulässig sein kann: Die zwei somalischen Mädchen in Heerbrugg. (Bild: Screenshot «10vor10» von SRF)

Die beiden somalischen Mädchen, die wegen ihrer Kopftücher von einem Lehrer der Primarschule im st. gallischen Au-Heerbrugg nach Hause geschickt worden sind, dürfen ab sofort wieder mit Kopftüchern den Unterricht in den Regelklassen besuchen. Das hat der Schulrat entschieden.

Schulratspräsident Walter Portmann bestätigte eine Meldung der Sendung «10vor10» von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Die Primarschule Au-Heerbrugg hält sich nicht mehr an eine Empfehlung des Erziehungsrats, wonach Kopfbedeckungen generell zu verbieten seien.

«Rechtlich nicht zulässig»

Laut Portmann hat der Schulrat am Sonntag beschlossen, die Empfehlung des Erziehungsrats aus der Schulordnung zu streichen. Der Schulrat sei der Meinung, dass ein Kopfbedeckungsverbot rechtlich nicht zulässig ist, solange das Bundesgericht nicht anders entscheidet. Ein gleichgelagerter Fall aus dem thurgauischen Bürglen ist noch hängig beim Bundesgericht.

Die beiden 11 und 12 Jahre alten Mädchen aus Somalia sind anerkannte Flüchtlinge und muslimischen Glaubens. Sie leben mit ihren Eltern und fünf Geschwistern seit kurzer Zeit in der Schweiz. Sie wurden von ihrem Lehrer aus dem Regelunterricht nach Hause geschickt, weil sie ein Kopftuch trugen. Im Deutschunterricht durften sie das.

SVP St. Gallen fordert Kopftuchverbot

Die SVP des Kantons St. Gallen stört sich daran, dass der Schulrat der Primarschulgemeinde Au-Heerbrugg zwei somalischen Flüchtlingskindern erlaubt, im Unterricht ein Kopftuch zu tragen. Die SVP hält es für nötig, ein Kopftuchverbot kantonal gesetzlich zu regeln.

Der «Fall Au-Heerbrugg» zeige, dass es nicht allen St. Galler Schulgemeinden überlassen werden könne, eigenständig über diese Frage zu entscheiden und bestehende Vorschriften durchzusetzen, schrieb die SVP in einer Mitteilung vom Dienstag.

SDA/rub

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