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Lehrer fordern 20 Prozent mehr Lohn

Die Gehälter für Lehrpersonen unterscheiden sich zwischen den Kantonen frappant. Nun geht der Lehrerverband in die Offensive und sagt, in welchen Regionen der Handlungsbedarf am grössten ist.

«Weil wir es Wert sind»: Lehrerinnen und Lehrer demonstrieren im vergangenen November für bessere Arbeitsbedingungen.
«Weil wir es Wert sind»: Lehrerinnen und Lehrer demonstrieren im vergangenen November für bessere Arbeitsbedingungen.
Keystone

Nachdem Zürich und der Aargau die Lehrerlöhne erhöht haben, geraten andere Kantone unter Zugzwang. Wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt, geht der Lehrerverband jetzt in die Offensive. «Wenn die Kantone nicht reagieren, wird sich der Lehrermangel noch verschärfen», warnt Beat W. Zemp, Zentralpräsident des Schweizerischen Lehrerverbandes. Und er fordert: «In den kommenden drei Jahren müssen die Lehrerlöhne in der ganzen Schweiz zwischen 10 und 20 Prozent steigen.»

Handlungsbedarf sei vor allem in Tieflohnkantonen. Die Salärunterschiede haben sich vergrössert, wie ein gesamtschweizerischer Lohnvergleich für Primar-, Sekundar- und Gymnasiallehrer zeigt, den «Der Sonntag» erstmals publiziert. Demnach betragen die Unterschiede für Berufseinsteiger bis zu 50 Prozent. Im Tessin verdient ein Primarlehrer brutto 4990 Franken im Monat, in Genf 7500 Franken – für die gleiche Arbeit. Die wachsenden Lohndifferenzen spitzen den Konkurrenzkampf um Lehrpersonen weiter zu. Mit einem guten Lohnangebot wirbt neuerdings der Kanton Zürich um Berufseinsteiger.

«Jetzt müssen die anderen nachziehen»

Der Aargau hat reagiert und die die Löhne ebenfalls angehoben – bleibt allerdings klar hinter Zürich zurück. «Jetzt müssen die anderen nachziehen, sonst werden vor allen die Neueinsteiger abwandern», sagt Franziska Peterhans, Generalsekretärin beim Schweizerischen Lehrerverband. Mit besseren Löhnen soll der Lehrerberuf wieder attraktiver werden. Gemäss dem Verband waren die Löhne in den meisten Kantonen in den letzten Jahren wegen fehlendem Teuerungsausgleich real rückläufig oder haben stagniert. Die Lohnentwicklung sei im Vergleich zu anderen Berufen weit unterdurchschnittlich verlaufen. «Es gibt Lehrer, die haben vor zwanzig Jahren beim Berufseinstieg mehr verdient als heutige Berufseinsteiger», sagt Beat W. Zemp.

Die gesamtschweizerische Lohnliste zeigt: Die Kantone Genf, Zürich, Solothurn und Zug zahlen den Primar- und Sekundarlehrern die höchsten Einstiegslöhne. Im Mittelfeld liegen die Kantone Aargau, die beiden Basel, Thurgau, Wallis, Uri und Schwyz. Der Kanton Bern liegt im unteren Drittel. Schlusslichter sind das Tessin, Jura und Graubünden. «Noch vor einem Jahr sind die Lohnunterschiede zwischen den Kantonen viel kleiner gewesen, doch die Konkurrenz nimmt jetzt zu», sagt Martin Wendelspiess vom Zürcher Volksschulamt. Zürich zahlt mit der kürzlich beschlossenen Anhebung der Einstiegssaläre für Primarlehrer auf jährlich rund 90'000 Franken künftig 23 Prozent mehr als der Kanton Bern und 20 Prozent mehr als die beiden Basel.

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