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Leben Kinder neben Schweizer AKW mit hohem Krebsrisiko?

Die Krebsliga und das Bundesamt für Gesundheit lassen untersuchen, ob Kinder mit Wohnort bei einem Atomkraftwerk ein höheres Krebsrisiko haben. Ergebnisse liegen 2011 vor.

Erkranken Kinder in der Nähe des AKW Gösgen eher an Krebs? Eine Studie soll die Frage beantworten
Erkranken Kinder in der Nähe des AKW Gösgen eher an Krebs? Eine Studie soll die Frage beantworten
Keystone

Die Studie «Childhood Cancer and Nuclear Powerplants in Switzerland» (CANUPIS) folgt einer Untersuchung aus Deutschland. Diese hatte letztes Jahr auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern (insbesondere Leukämie) hingewiesen, die in der Nähe eines Atomkraftwerkes leben.

Die CANUPIS-Studie werde untersuchen, ob dieses erhöhte Risiko auch im Umfeld von Schweizer AKW bestehe, teilte die Krebsliga mit. Durchgeführt wird sie vom Kinderkrebsregister, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern und der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologie Gruppe.

Schwächen anderer Studien verbessern

Schwächen, die bei der deutschen Studie sichtbar geworden waren, sollen bei der CANUPIS-Studie vermieden werden. Sie betrachtet die Gesamtheit der zwischen 1985 und 2007 geborenen Kinder. Ausserdem berücksichtigt sie nicht nur den Wohnort, an dem die krebskranken Kinder zum Zeitpunkt der Diagonose wohnten, sondern auch frühere Wohnorte bis zurück zu ihrer Geburt.

Ein möglicher Einfluss von Atomkraftwerken kann so auch für frühe Lebensphasen untersucht werden. Zudem lässt sich prüfen, welche Faktoren (ionisierende Strahlung, elektromagnetische Felder, industrielle Immissionen) ein allfällig erhöhtes Krebsrisiko verursachen könnten.

Vergleichsdaten aus Volkszählungen

Die Forscher können sich auf das Kinderkrebsregister sowie auf Vergleichsdaten aus den Volkszählungen 1990 und 2000 stützen. Die Studie wird zwei Jahre dauern, ihre Ergebnisse werden 2011 veröffentlicht. Begleitet wird sie von sechs weltweit führenden Experten aus Frankreich, den Niederlanden, Grossbritannien, den USA und der Schweiz.

Die Kosten der Studie von 820 000 Franken werden von der Krebsliga und dem BAG zu gleichen Teilen getragen. Die Stromproduzienten Axpo und BKW leisten einen finanziellen Beitrag, der vom BAG verwaltet wird. Die Unternehmen haben keine Einflussnahme auf Studiendesign und Veröffentlichung der Resultate, schreibt die Krebsliga.

SDA/cpm

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