Kurt Fluri bezeichnet SVP als «totalitär»

Der Streit um das Würmerplakat der SVP wird heftiger. Ein prominenter Freisinniger stellt die Zusammenarbeit grundsätzlich infrage.

FDP-Nationalrat Kurt Fluri kritisiert das SVP-Plakat.

FDP-Nationalrat Kurt Fluri kritisiert das SVP-Plakat.

(Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Stephanie Jungo

Es sind drastische Worte, mit denen der FDP-Nationalrat und Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri das SVP-Plakat auf Twitter kommentiert.

Die Worte scheinen die SVP als Partnerin zu disqualifizieren. Doch in einigen Kantonen geht die FDP für die kommenden Wahlen eine Listenverbindung mit ihr ein. Ist Fluris Kritik für diejenigen Sektionen kontraproduktiv? Nicht sein Tweet, sondern das Verhalten der SVP schade der Zusammenarbeit, sagt Fluri auf Anfrage dazu. «Die SVP lässt nur eine Meinung zu: Entweder ist man auf ihrer Seite oder gegen sie.» Das mache die Zusammenarbeit schwierig.

«Wähler urteilen über Plakat »

Um bürgerlichen Anliegen zu einer Mehrheit zu verhelfen, sind die beiden Parteien jedoch aufeinander angewiesen. Für Fluri bedeutet das aber nicht, dass sich FDP und SVP immer in allen Bereichen einig sein müssen. «Eine Zusammenarbeit muss von Fall zu Fall beurteilt werden.» Im Hinblick auf die Wahlen biete sich beispielsweise in Solothurn keine Listenverbindung an. «Doch das muss jede kantonale Sektion für sich selbst entscheiden.»

Die FDP will den Tweet von Kurt Fluri nicht kommentieren. Mediensprecher Martin Stucki schreibt zum SVP-Plakat: «Über Stil und Form lässt sich in jeder Kampagne streiten.» Es sei nicht an der FDP, über das Plakat zu urteilen. «Das müssen die Wähler am 20. Oktober machen.»

Der Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann ist über den Tweet Fluris nicht erstaunt: «Es sind Politiker wie Kurt Fluri, die dafür sorgen, dass die Schweiz mittlerweile wie ein wurmstichiger Apfel aussieht.» Fluri sei staats- und obrigkeitsgläubig, die Sicht des Volkes habe er längst verloren, sagt Wobmann weiter. «Das zeigt sich auch daran, dass er an der Nichtumsetzung der Masseneinwanderungsinitiative beteiligt war, einem Verfassungsbruch also.»

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