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Krankenkassen überführen mit Hightech Rechnungsfälscher

Gefälschte Rückforderungsbelege machen den Krankenkassen das Leben schwer. Einige prüfen die Belege nun mit Infrarotscannern – und sparen so Millionen von Franken.

«L'Hebdo» zeigt gefälschte Rechnungen: Die nachträglich eingefügten Zahlen leuchten im Infrarotscanner auf.
«L'Hebdo» zeigt gefälschte Rechnungen: Die nachträglich eingefügten Zahlen leuchten im Infrarotscanner auf.

Das Phänomen ist weitverbreitet: Allein die Krankenkasse Helsana deckte letztes Jahr 200 gefälschte Rechungen auf. Da die Kasse die geforderten Beträge nicht zurückerstattete, konnte sie zwischen 1 und 1,5 Millionen Franken sparen. Der Versicherer Groupe Mutuel weigerte sich 2008, Rückforderungsbelege in der Höhe von 11 Millionen Franken zu begleichen. Auch die CSS wird vom Betrug nicht verschont: Bei der Krankenkasse gehen jedes Jahr gefälschte Rechnungen mit einer Summe von 80'000 Franken ein.

Dabei handelt es sich hauptsächlich um Rechnungen, die im Ausland ausgestellt wurden. «Diese sind häufig von Hand geschrieben. Das macht das Fälschen einfacher», sagt Yves Seydoux, Sprecher der Groupe Mutuel im Westschweizer Wochenmagazin «L'Hebdo». So habe ein Versicherter eine Rechung eingeschickt, die auf der Dominikanischen Republik ausgestellt wurde. Er änderte die Summe einfach von 1500 in 11'500 Pesos (380 Franken).

Auch Ärzte fälschen

Damit diese nachträglich vom Hand gefälschten Rechnungen aufgedeckt werden können, hat sich die Groupe Mutuel einen Infrarotscanner angeschafft. Hält man die gefälschten Rechnungen unter das Infrarotlicht, leuchten die nachträglich eingefügten Zahlen heller. Helsana setzt ein solches Gerät seit Mitte 2007 ein.

Es kommt aber auch vor, dass der Arzt die Rechnung auf Bitten des Patienten fälscht – gegen Bezahlung. Diese Art von Betrug werde laut «L'Hebdo» vor allem in Serbien und Nigeria angewendet: Serben und Nigerianer, die in der Schweiz wohnen und in ihrem Heimatland in der Ferien sind, schmierten die Ärzte. Es gibt aber auch Fälle, wo das Spital ohne Wissen des Patienten mehr Leistungen verrechnet, als erbracht wurden. Um sich dagegen zu wehren, arbeiten viele Krankenversicherer mit Detektivbüros zusammen.

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