Zum Hauptinhalt springen

Köniz feiert Sommaruga

Nach ihrer Wahl zur Bundespräsidentin wurde Simonetta Sommaruga in ihrer Wohngemeinde herzlich empfangen. Sommaruga steht ein regelrechter Feier-Marathon bevor.

Am 3. Dezember wurde Simonetta Sommaruga zur neuen Bundespräsidentin gewählt.
Am 3. Dezember wurde Simonetta Sommaruga zur neuen Bundespräsidentin gewählt.
Peter Klaunzer, Keystone
Sommaruga tritt somit die Nachfolge von Didier Burkhalter an. Neuer Vize-Präsident ist Johann Schneider-Amman.
Sommaruga tritt somit die Nachfolge von Didier Burkhalter an. Neuer Vize-Präsident ist Johann Schneider-Amman.
Peter Klaunzer, Keystone
Könizer Gemeinderat und SVP-Grossrat Ueli Studer gratuliert der Bundespräsidentin zu ihrer Wahl und spricht von einem «historischen Moment».
Könizer Gemeinderat und SVP-Grossrat Ueli Studer gratuliert der Bundespräsidentin zu ihrer Wahl und spricht von einem «historischen Moment».
bwg
1 / 13

Die frisch gewählte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ist am Donnerstag in ihrer Wohngemeinde Köniz herzlich empfangen worden. Einige hundert Bewohner fanden sich zum Umtrunk im Schlosshof ein, wo Glühwein und Marroni bei kalter Witterung gute Dienste leisteten.

Kanton und Wohngemeinde hatten die Wahlfeier für die erste Berner Bundespräsidentin gemeinsam organisiert. Die Festivitäten begannen am Mittag im Berner Rathaus, wo Sommaruga mit einem Salut der Ehrenformation des Kantons Bern begrüsst wurde.

Ein Grossteil der Schweizer Politprominenz reiste danach in Bussen der Stadtberner Verkehrsbetriebe in den Vorort Köniz. Dort ging im Oberstufenzentrum der Gemeinde der offizielle Festakt über die Bühne.

Sommaruga überraschte das Publikum mit einer Filmvorführung: Die ausgebildete Pianistin zeigte den Kurzfilm-Klassiker «The Music Box», wo Stan Laurel und Oliver Hardy beim Transport eines Klaviers so ziemlich alles in die Hosen geht.

Für die Filmvorführung wurden auf Bitte der Bundespräsidentin auch mehrere Schulklassen in den Saal gelassen. Denn der Streifen wecke Erinnerungen an ihre Kindheit, sagte Sommaruga, «und ich kann mir nicht vorstellen, den Film ohne Kinder zu sehen».

Politik mit Stan und Ollie

Das sei ein «sehr politischer Film», stellte die Bundesrätin fest. Er zeige, dass es manchmal der etwas weitere Weg sei, der als einziger einfach und sicher ans Ziel führe. Dass Laurel und Hardy das letzte Hindernis nur durch Zufall und Glück überwinden, entspreche ebenfalls ihrer vierjährigen Erfahrung im Bundesrat.

«Als Bundesrätin gibt es viel Kritik», sagte Sommaruga. «Manchmal ist sie begründet, manchmal ist sie ungerecht. Man erhält aber auch Lob. Und wenn ich ehrlich bin: Das Lob ist manchmal ebenso ungerecht.» Was als geschickter politischer Schachzug gelobt werde, sei hin und wieder nichts als eine Mischung aus Intuition und Glück.

«Eine Freundin»

Der scheidende Bundespräsident Didier Burkhalter versicherte den knapp 300 geladenen Gästen, Simonetta Sommaruga sei für ihn «nicht eine Kollegin, sondern eine Freundin». Ob dies auf alle Bundesratsmitglieder zutreffe, liess er auch auf Nachfrage des Moderators offen.

Die Berner Regierungspräsidentin Barbara Egger sagte, Parteikollegin Sommaruga sei mit ihrer weitsichtigen und unaufgeregten Art «ein Glücksfall für die gesamte Schweiz». Gemeindepräsident Ueli Studer erinnerte daran, dass sich Sommaruga als Könizer Gemeinderätin das Rüstzeug für ihr Amt in der Landesregierung geholt habe.

Tschäppät wünscht sich mehr Stil

Nach einem kurzen Umzug zum nahegelegenen Schlosshof mischten sich Sommaruga und ihr Ehemann, der Schriftsteller Lukas Hartmann, mit den geladenen Gästen unter die Bevölkerung. Am Abend wurde die Festgemeinde zu einem Bankett in der Stadtberner Elfenau erwartet. Dort hatte die Stadtgärtnerei ein Gewächshaus in ein festliches Lokal umgewandelt.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät ist gemäss Redetext erfreut darüber, dass nun eine Konzertpianistin der Landesregierung vorsteht. Davon könne man sich einen Wandel in der Politik in Richtung mehr Kultiviertheit und Stil erhoffen.

SDA/zec

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch