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Klarer Fall: Eine Beziehungstat

Der Schweizer «Tatort» zieht nach Zürich um. Dass die Verantwortlichen Basel nicht berücksichtigen ist unverständlich.

Einzelne Episoden waren herausragend – «Ihr werdet gerichtet» –, andere biederer als bieder und fader als fad.
Einzelne Episoden waren herausragend – «Ihr werdet gerichtet» –, andere biederer als bieder und fader als fad.
SRF

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird man die beiden gehen sehen: Reto Flückiger und Liz Ritschard. Nach einem arg holprigen und danach sofort abgebrochenen Start mit Abigail Lanning (Sofia Milos) an der Seite von Flückiger in Luzern, war zwar das Auftauchen von Ritschard ein Gewinn, aber viel zu selten gelang es den immer wieder wechselnden Drehbuchautoren, den beiden Hauptfiguren des Schweizer «Tatort» ein unverkennbares Gesicht zu geben. Einzelne Episoden waren herausragend – «Ihr werdet gerichtet» –, andere biederer als bieder und fader als fad.

Und wie mit den Figuren, so verhielt es sich mit der Kulisse. Luzern spielte zu selten eine Rolle. Ebenso gut hätten die meisten Fälle in Chur oder Thun spielen können. Luzerndeutsch sprach ohnehin kaum jemand. Der Chef ein Berner, die Kommissare Zürcher. Insofern ist ein Ortswechsel an die Limmat konsequent. Er wird akustisch ohnehin kaum wahrnehmbar sein. Und auch ein See klingt immer wie ein See, egal wo er seelt.

Dass Basel nicht berücksichtigt wurde, überrascht kaum. Man kennt das ja. All die angeblichen Vorzüge, die Zürich laut dem Leiter Fiktion von SRF ausspielen kann, gelten selbstverständlich auch für Basel. Und wenn wir was nicht haben – Partystadt, See – könnten wir mit anderem punkten: Dreiländereck, Rheinhäfen.

Es handelt sich also bei der Vergabe nach Zürich um eine Beziehungstat. Jetzt wollen wir mal sehen, wer dort welche Fälle wie löst. Konsequenterweise, analog zu den Zürchern in Luzern, müsste man einem (oder besser gleich zwei) Basler Schauspielern die Hauptrollen geben. Wie wäre es mit Sarah Spale und Gilles Tschudi?

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