Zum Hauptinhalt springen

Kein Gruppensport, keine gemeinsamen Essen

Vor einem Monat kam es im Genfer Gefängnis Champ-Dollon zu einer Massenschlägerei mit über 100 Beteiligten. Laut Direktor Franziskakis bleibt die Anstalt ein Pulverfass.

Zwischen einzelnen Gruppen herrschen starke Rivalitäten: Ein Polizeiauto steht in den Tagen nach der Massenschlägerei vor dem Gefängnis Champ-Dollon.
Zwischen einzelnen Gruppen herrschen starke Rivalitäten: Ein Polizeiauto steht in den Tagen nach der Massenschlägerei vor dem Gefängnis Champ-Dollon.
Keystone

Einen Monat nach mehreren Massenschlägereien im überfüllten Genfer Gefängnis Champ-Dollon bleibt die Lage angespannt. Gefängnisdirektor Constantin Franziskakis zeigt sich in Interviews besorgt über die Spannungen zwischen zwei Gruppierungen von Häftlingen.

Die Massenschlägereien zwischen dem 23. und 25. Februar mit jeweils über 100 Beteiligten seien von einer aussergewöhnlichen Gewalt geprägt gewesen, sagte Franziskakis in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève».

Damals gingen Gefangene aus dem nordafrikanischen Maghreb und aus Albanien aufeinander los. Er habe ein Treffen zwischen Vertretern der rivalisierenden Gruppierungen organisiert, sagte Franziskakis. «Der Dialog kam nicht zustande.» Es sei sofort zu Beschimpfungen gekommen.

Normale Ordnung nicht möglich

Als Folge der Ausschreitungen gebe es nun unter anderem keine gemeinsamen Mahlzeiten und keinen Gruppensport mehr. Spaziergänge würden für jede Gruppe separat durchgeführt. Eine Rückkehr zur normalen Ordnung sei derzeit nicht möglich. Zwischen den Maghrebinern und den Albanern herrsche eine extrem starke Rivalität - aus unbekannten Gründen.

Im Gefängnis, das für 376 Häftlinge ausgelegt ist, sitzen weit über 800 Personen ein. Der Kanton Genf lancierte mehrere Projekte um die Platznot zu verringern, bisher weitgehend erfolglos. Das Genfer Kantonsparlament forderte diese Woche andere Kantone auf, Häftlinge aus Genf zu übernehmen.

SDA/kpn

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch