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Kein Ärztemangel – aber nur dank Ausländern

Die Schweiz bildet zu wenige Mediziner aus – so das Fazit des Bundesrates, der das Problem angehen will. Doch die Lösung ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.

Über 20 Prozent der Ärzte kommen aus dem Ausland: Rapport in einem Schweizer Spital.
Über 20 Prozent der Ärzte kommen aus dem Ausland: Rapport in einem Schweizer Spital.
Keystone

In der Schweiz gibt es derzeit keinen Ärztemangel. Dies ist das Fazit eines Berichts, den der Bundesrat heute verabschiedet hat. Allerdings bildet die Schweiz zu wenig Ärztinnen und Ärzte aus und ist daher auf ausländische Mediziner angewiesen. 22 Prozent oder rund 7000 aller per 2009 in der Schweiz tätigen Ärztinnen und Ärzte haben ihre Ausbildung im Ausland absolviert. In den Spitälern liegt dieser Anteil bei 30, im ambulanten Bereich bei 14 Prozent.

Das sei nicht gut, sagte Gesundheitsminister Didier Burkhalter vor den Medien. Für manche Länder sei die Abwanderung von Fachkräften ein grosses Problem. Um den heutigen Bedarf eigenständig decken zu können, müssten in der Schweiz laut dem Bericht zwischen 1200 und 1300 Ärztinnen und Ärzte pro Jahr ausgebildet werden – 50 Prozent mehr als heute.

Numerus Clausus bleibt

Eine Erhöhung der Kapazitäten sei angezeigt, schreibt der Bundesrat. Die Nachfrage könne jedoch nicht nur mit mehr Personal bewältigt werden. Nötig seien auch eine Steigerung der Effizienz, bessere Koordination und ein gezielter Einbezug weiterer Gesundheitsberufe.

Die Aufhebung des Numerus Clausus ist für Burkhalter keine Option. Dies würde bloss dazu führen, dass weniger Studierende ihr Medizinstudium erfolgreich abschliessen würden, sagte der Gesundheitsminister.

Die Kantone diskutieren laut dem Basler Gesundheitsdirektor Carlo Conti derzeit darüber, zusätzliche Studienplätze bereitzustellen. Die Studierenden müssten sich dabei verpflichten, bei der Hausarztmedizin zu bleiben. «Wir brauchen nicht zusätzliche Schönheitschirurgen», gibt Conti zu bedenken.

SDA/ami

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