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Kassen sollen für Alternativmedizin zahlen

Eine klare Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will, dass die Komplementärmedizin wieder in die Grundversicherung aufgenommen wird.

Käme die Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» heute zur Abstimmung, würde sie deutlich angenommen. 81 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer würden der Initiative zustimmen, wie eine heute präsentierte Umfrage des Krankenversicherungsverbands santésuisse zeigt.

Das Eidg. Departement des Innern hatte auf den 1. Juli 2005 Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie und Neuraltherapie in die Zusatzversicherung verbannt. Die Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» war vorsorglich bereits im Herbst 2004 von einem breit abgestützten und nicht parteigebundenen Komitee lanciert worden, als sich eine Streichung komplementärmedizinischer Methoden aus der obligatorischen Grundversicherung abzeichnete.

Parlament und Bundesrat dagegen

Bundesrat, Nationalrat und Ständerat lehnen die Volksinitiative ab. Noch ist offen, ob sie mit einem direkten oder einem indirekten Gegenvorschlag konfrontiert wird. Die Gesundheitskommissionen der beiden Räte sind sich darüber uneinig.

Der Krankenkassenverband santésuisse selber hat konkret zur Komplementärmedizin nie Stellung bezogen. Er hat aber verlauten lassen, dass die «Nicht-Ausweitung von Grundleistungen» den Versicherern willkommen sei.

Jede fünfte Person erachtet Prämie als zu hoch

In der aktuellen Umfrage von santésuisse gaben im Übrigen 20 Prozent der Befragten an, ihre Krankenkassenprämie sei zu hoch für ihre Verhältnisse. 2004 waren es noch 34 Prozent gewesen. Dazu hält santésuisse fest, die prosperierende Wirtschaft der letzten Jahre entfalte offenbar ihre Wirkung. Seit 2004 sei der Anteil der Einwohner, für welche die Prämien gar kein Problem darstellten, von 19 auf 24 Prozent gestiegen. Immerhin rund die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet die Prämien als zu hoch, aber tragbar.

Das sich abzeichnende Ende der guten Wirtschaftslage und der moderaten Prämienerhöhungen werde das Kostenproblem mittelfristig wieder in den Vordergrund rücken, hält santésuisse fest – «und damit auch die Wahrnehmung gegenüber den Prämien verschlechtern».

SDA/vin

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