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Kantone starten Technologie-Offensive gegen Plagiate

Der Plagiatsvorwurf an Guttenberg bringt Schweizer Bildungsinstitutionen zum Handeln: Zehn Kantone ergreifen konkrete Massnahmen gegen Schummelschüler – mit Hilfe von modernster Technik.

Bringt die Diskussion um Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten neu in Gang: Der Fall Guttenberg.
Bringt die Diskussion um Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten neu in Gang: Der Fall Guttenberg.

Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) muss sich zurzeit gegen Vorwürfe wehren, er habe bei seiner Doktorarbeit getäuscht. In der Schweiz ergreifen nun auch Bildungsinstitutionen Massnahmen gegen mögliche Schummeleien: Zehn Kantone spannen zusammen, um Schummel-Schüler zu entlarven – mit High Tech und einer gemeinsamen Datenbank, wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt.

Der Kanton Zürich setzt das Programm namens Docoloc seit April 2008 ein – inzwischen haben sich die Kantone Bern, Basel-Stadt und Thurgau angeschlossen, um flächendeckend alle Matura-Arbeiten zu überprüfen. Im Kanton Bern werden pro Jahr 2000 Matura-Arbeiten gescannt, im Kanton Thurgau sind es rund 400.

Auch der Kanton Graubünden will sämtliche Matura-Arbeiten mit dem Anti-Plagiats-Programm auf übereinstimmende Internet-Fundstellen überprüfen. Die Kantone Aargau, Freiburg, Glarus, Luzern setzen Docoloc an einzelnen Schulen ein. Neu dabei ist jetzt auch der Kanton Baselland.

Jede Arbeit wird in eine Datenbank eingelesen

Auch eine gemeinsame Datenbank soll dem «copy/paste» einen Riegel schieben. Darin sind sämtliche Maturaarbeiten gespeichert – denn Schummel-Schüler kopieren nicht nur aus dem Internet, sie bedienen sich auch bei Matura-Arbeiten, die in anderen Kantonen eingereicht wurden. «Jede Arbeit, die elektronisch vorliegt, wird in die Datenbank eingelesen», sagt Hans Jörg Höhener, stellvertretender Chef des Mittelschulamts des Kantons Zürich: «Inzwischen sind mehrere Tausend Arbeiten gespeichert.» Mit ihrer Technologie-Offensive wollen die Kantone künftige Plagiate verhindern, so Höhener: «Die Schüler sollen wissen, dass ihre Arbeiten nachgeprüft werden können – das hat eine abschreckende Wirkung.»

Neue Zahlen zu Plagiaten nennt Thomas Hildbrand, Leiter Bereich Lehre an der Universität Zürich. «In den letzten Jahren gab es bei uns jeweils zwischen fünf und zehn Plagiatsfälle pro Jahr, die zu einem Disziplinarverfahren führten», Die Tendenz sei langfristig aber sinkend. Denn: «Bereits in den Mittelschulen wird inzwischen Wert gelegt auf die Regeln zum Verfassen von Arbeiten, davon profitieren wir.»

Einige hundert Verdachtsfälle

Zudem würden die Studenten seit rund vier Jahren präziser auf die Problematik der Plagiate aufmerksam gemacht, als dies früher der Fall war. «Bei mehreren 10'000 schriftlichen Arbeiten, die an der Universität Zürich in jedem Jahr erstellt werden, können wir sicher von einigen hundert Verdachtsfällen ausgehen», sagt Hildbrand. weiter.

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