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Kampfjet-Einsatz wegen Bombendrohung

Nach der Drohung gegen ein israelisches Passagierflugzeug musste die Schweizer Luftwaffe mit einer «Hot Mission» reagieren.

Zwei Schweizer F/A 18 begleitete den israelischen Jumbo durch den Schweizer Luftraum (Symbolbild).
Zwei Schweizer F/A 18 begleitete den israelischen Jumbo durch den Schweizer Luftraum (Symbolbild).
Keystone

Es klang wie eine Detonation. Wer heute um 8.30 Uhr noch nicht wach war, war es danach definitiv: Zwei laute Knaller waren in einem Grossteil der Deutschschweiz zu hören. Ausgelöst wurden sie laut der Schweizer Flugsicherung Skyguide durch zwei F/A-18-Jets auf Abfangmission. Diese mussten ein israelisches Passagierflugzeug der Gesellschaft El Al eskortieren, nachdem bei den Piloten eine Bombendrohung eingegangen war. Gemäss einer Mitteilung von El Al hat sich die Drohung mittlerweile als falsch erwiesen.

Die Schweizer Luftwaffe musste rasch handeln, nachdem sie am Morgen von den französischen Kollegen informiert wurde. «Wir hatten eine Hot Mission», sagt Sprecher Jürg Nussbaum. Weil die F/A-18-Jets schnell reagieren mussten, kam es zu den Überschall-Knallen.» Die Jets seien vom Militärflugplatz in Payerne in der Romandie gestartet und hätten das ausländische Flugzeug bis zur österreichischen Grenze begleitet.

Laut Skyguide handelte es sich um eine Boeing 747 auf dem Weg von New York nach Tel Aviv. Die Route von Flug LY2 führt über die Schweiz. «Der Grund war also nicht das Eindringen in den Schweizer Luftraum, sondern die eingegangene Bombendrohung gegen das Flugzeug», sagt Sprecher Vladi Barrosa. Deshalb seien «zwischen Schaffhausen und Altenrhein» (wo genau ist noch nicht sicher) die beiden F/A-18-Jets zum Einsatz gekommen.

Über den Nordosten der Schweiz: Die Route von Flug LY2.

Ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums teilte mit, die anonyme Bombendrohung sei ursprünglich bei den US-Flugbehörden eingegangen. Es sei behauptet worden, in der Küche des Flugzeugs befinde sich eine Bombe. Eine Untersuchung habe jedoch ergeben, dass sich keine Bombe an Bord befinde.

Eine typengleiche Maschine sorgte für eine «Hot Mission» am Schweizer Himmel: Boeing 747 von El Al (Archiv).
Eine typengleiche Maschine sorgte für eine «Hot Mission» am Schweizer Himmel: Boeing 747 von El Al (Archiv).

Als sich das Passagierflugzeug über der Schweiz befand, wusste man das noch nicht. Die F/A-18-Jets eskortierten es deshalb zur österreichischen Grenze. «Es handelt sich dabei um ein Standardprozedere», so Barrosa. Zuerst nehme man Kontakt mit den Piloten auf und kläre ab, ob sich ein möglicher Terrorist an Bord befinde. Danach würden Kampfjets versuchen, Sichtkontakt mit dem Cockpit herzustellen, um das Flugzeug anschliessend zu eskortieren. (Wie ein solcher Einsatz genau abläuft, erklärt Nationalrat und Ex-Kampfpilot Thomas Hurter im Interview.)

Mittlerweile ist Flug LY2 planmässig in Tel Aviv gelandet, wie El Al mitteilte. Allerdings nicht im normalen Terminal: «Die Maschine wird in Quarantäne gesetzt. Dabei werden nicht nur das Flugzeug, sondern vermutlich auch die Passagiere kontrolliert», sagte ein Sprecher der deutschen Luftwaffe zu «20 Minuten».

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