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Bund fordert von Ju-Air Garantien für sicheren Flugbetrieb

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt will die Nostalgie-Airline nicht grounden, stellt aber Bedingungen: Die Crews müssten mental in der Lage sein, sicher zu fliegen.

Ju-52-Absturz: Alles zum schwersten Flugzeug-Unglück in der Schweiz seit 17 Jahren im Video.

Die Ju-Air plant, den Flugbetrieb am Freitag, 17. August wieder aufzunehmen. Dies sagte Sprecher Christian Gartmann zu TeleZüri und Radio SRF – «es sei denn, es kämen bis dahin Fragezeichen auf, was die Sicherheit des Flugbetriebes betrifft».

Seit dem Absturz einer Ju-52 am Piz Segnas oberhalb von Flims GR letzten Samstag sind die Flugzeuge der Nostalgie-Airline auf freiwilliger Basis nicht mehr gestartet. Die Ursache des Unglücks ist nicht geklärt. Ursprünglich hatte es seitens der Ju-Air geheissen, man werde wohl Erkenntnisse der Unfalluntersuchung abwarten.

Beim Bund verfolgt man die neuen Pläne mit Skepsis. Noch gestern Abend hatte ein Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) in der «Tagesschau» gesagt, man begrüsse die Einstellung des Flugbetriebs. Nun schreibt das Amt, man habe zur Kenntnis genommen, dass die Ju-Air die Wiederaufnahme des Flugbetriebs plane.

Bilder: Absturz einer Ju-52 am Piz Segnas

«Der schwierigste und schwärzeste Tag in der 36-jähigen Geschichte der Ju-Air»: Kurt Waldmeier, Gründer und CEO Ju-Air an der Pressekonferenz am 5. August 2018.
«Der schwierigste und schwärzeste Tag in der 36-jähigen Geschichte der Ju-Air»: Kurt Waldmeier, Gründer und CEO Ju-Air an der Pressekonferenz am 5. August 2018.
Melanie Duchene, Keystone
Unter den Opfern befinden sich 8 Paare und 4 Einzelpersonen: Die Kantonspolizei informierte in Flims über die bisherigen Erkenntnisse zum Absturz. (5. August 2018)
Unter den Opfern befinden sich 8 Paare und 4 Einzelpersonen: Die Kantonspolizei informierte in Flims über die bisherigen Erkenntnisse zum Absturz. (5. August 2018)
Melanie Duchene, Keystone
Undatierte Aufnahme einer fliegenden Junkers Ju-52 mit Schweizer Zulassung.
Undatierte Aufnahme einer fliegenden Junkers Ju-52 mit Schweizer Zulassung.
Str, Keystone
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«Solange kein erhärteter Verdacht eines technischen Defekts vorliegt, kann das Bazl kein Grounding der Ju-Air-Flotte anordnen», heisst es in einer Mitteilung. Sollten sich bis zum 17. August neue Erkenntnisse ergeben, würde das Bazl Massnahmen treffen und wenn nötig ein vorläufiges Flugverbot erteilen. Die Ju-Air müsse zudem sicherstellen, dass die Besatzungen und das Unterhaltspersonal «mental in der Lage seien, einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten».

Der Verein der Freunde der schweizerischen Luftwaffe, der die fast 80-jährigen Flugzeuge betreibt, verfügt über eine Zulassung des Bundes als kommerzielle Airline.

Am Sonntag hatte Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer betont, die Fluggesellschaft werde sich in jedem Fall an die Vorgaben des Bundes halten: «Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass der Unfall etwas mit dem Flugzeug selbst zu tun hatte, werden wir die Beurteilung der Behörde akzeptieren. Sagt das Bazl Nein, fliegt die Tante Ju nie mehr», so die SVP-Politikerin zu «20 Minuten». Fuhrer amtet als Präsidentin der Stiftung Museum und historisches Material der schweizerischen Luftwaffe.

Die Ju-Air bietet auf ihrer Website drei verschiedene Arten von Flügen an: Rundflüge ab Dübendorf, Charterflüge und Erlebnisreisen. Offen ist, ob Passagiere mit den beiden verbleibenden Maschinen der Airline überhaupt mitfliegen möchten.

Der Sprecher der Ju-Air war am Dienstagnachmittag nicht erreichbar.

Video: Die schlimmsten Flugzeugunglücke in der Schweiz

Chronologie von Humlikon 1963 bis Flims 2018. (Tamedia)

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