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Jetzt werden die Prämien zurückbezahlt

Jahrelang wurde um 1,6 Milliarden zu viel bezahlte Krankenkassenprämien gestritten. Nun hat der Bund grünes Licht für die Kompensation gegeben. Die Betroffenen müssen aber noch Monate warten.

Im Juni 2015 beginnt die Rückerstattung: Versicherte aus neun Kantonen erhalten Geld zurück.
Im Juni 2015 beginnt die Rückerstattung: Versicherte aus neun Kantonen erhalten Geld zurück.
Keystone

Die Krankenkassenprämien waren in den letzten Jahren in manchen Kantonen zu hoch und in anderen zu tief. Nun sind die Details zum Ausgleich geregelt. Der Bundesrat hat am Freitag die Verordnung zur Prämienkorrektur verabschiedet.

Zwischen 1996 und 2013 haben Versicherte in manchen Kantonen insgesamt 1,6 Milliarden Franken zu viel bezahlt. Das Parlament entschied darum im März, dass 800 Millionen Franken rückerstattet werden. Der Betrag wird zu gleichen Teilen von den Versicherern, dem Bund und den Versicherten jener Kantone finanziert, in welchen die Prämien im Verhältnis zu den Kosten zu tief waren.

Der Bund bezahlt seinen Anteil von 266 Millionen Franken in drei Jahrestranchen zwischen 2015 und 2017, wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) am Freitag mitteilte. Die Versicherer bezahlen ihren Anteil Ende 2016. Sie finanzieren den Beitrag entweder aus den Reserven oder mit einem Einmalzuschlag auf die Prämien der Versicherten.

Versicherte bezahlen 62 Franken

Den Rest finanzieren die Versicherten in den Kantonen BE, LU, UR, OW, NW, GL, SO, BL, SH, AR, SG, VS und JU, die in den vergangenen Jahren zu wenig bezahlt haben. Sie müssen während höchstens drei Jahren einen Prämienzuschlag zahlen.

Der Zuschlag wird vom Bundesamt für Gesundheit jedes Jahr festgelegt und beträgt 2015 für alle Kantone 62.40 Franken, mit Ausnahme der Kantone Wallis (56.40 Franken) und St. Gallen (9.00 Franken). Die Versicherer werden den Zuschlag auf der ordentlichen Prämienrechnung ausweisen.

Rückerstattung ab Juni 2015

Profitieren können die Versicherten mit Wohnsitz in den Kantonen ZH, ZG, FR, AI, GR, TG, TI, VD und GE, die in den vergangenen Jahren zu viel bezahlt haben. Sie erhalten im Juni 2015 einen ersten Betrag zurück. Dieser kann von ihrer Prämie abgezogen oder separat ausbezahlt werden. Der Betrag werde erst im Februar 2015 feststehen, da die als Berechnungsgrundlage dienende Anzahl der Versicherten erst zu diesem Zeitpunkt bekannt sein werde, schreibt das EDI.

Die Beträge können stark variieren. In manchen Kantonen werden sie insgesamt bei einigen hundert Franken pro Versicherten liegen, in anderen bei einigen Franken. Nicht von der Prämienkorrektur betroffen sind die Kantone SZ, BS, AG und NE, da die dort zu wenig bezahlten Prämien vernachlässigbar sind.

Waadt am stärksten betroffen

Im August hatte das Bundesamt für Gesundheit bekannt gegeben, in welchem Kanton die Versicherten welchen Betrag zu viel bezahlt haben. Am stärksten betroffen sind die Versicherten im Kanton Waadt, sie bezahlten insgesamt rund 900 Franken zu viel. (GE 583 Franken, TI 549 Franken, TG 426 Franken, ZH 358 Franken, FR 204 Franken, AI 174 Franken, ZG 142 Franken, GR 80 Rappen.) Ausgeglichen wird nur rund die Hälfte.

Den grössten Fehlbetrag auf der Seite der Kantone mit zu tiefen Prämien weist der Kanton Jura auf. Rund 908 Franken sparten die Versicherten in den vergangenen Jahren dort insgesamt. Im Kanton Bern waren es 684 Franken, im Kanton Wallis 256.

Wohnortwechsel kann sich lohnen

Im Parlament stand auch zur Diskussion, auf eine Korrektur zu verzichten. Dies nicht zuletzt deshalb, weil kein Mechanismus eine gerechte Lösung für den Einzelfall garantieren kann: Wer in den letzten Jahren den Wohnort gewechselt hat, könnte zweimal bezahlen müssen. Glück haben dagegen Versicherte, welche die letzten Jahre beispielsweise in Bern lebten und nun nach Lausanne gezogen sind.

Für jedes einzelne Jahr der Korrektur ist der Wohnsitz der versicherten Person ausschlaggebend. Die Korrektur ist für alle Versicherten eines Kantons gleich, unabhängig vom Versicherer, dem Alter, der Franchise oder dem Versicherungsmodell.

SDA/ldc

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