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«Italien hat die Situation nicht im Griff»

Der Tessiner CVP-Nationalrat Marco Romano warnt vor einer Eskalation bei der Migration. Die EU nutze die Schweiz als Auffangbecken für Flüchlinge, die in Richtung Norden ziehen.

Beni Gafner, Bern
Migranten im Bahnhof Mailand. Zehntausende von ihnen wollen nach Norden, sagt Nationalrat Marco Romano.
Migranten im Bahnhof Mailand. Zehntausende von ihnen wollen nach Norden, sagt Nationalrat Marco Romano.
Keystone

BaZ: Herr Romano, Italien registriert Migranten nicht korrekt. Welche Prob­leme ergeben sich daraus für das Tessin?Das Tessin ist das Eingangstor zur Schweiz und die Tür zum einfachsten Korridor Richtung Nordeuropa. Die Anzahl der Migranten, die in Chiasso ankommen, ist in den letzten Wochen massiv gestiegen und wird ab Herbst noch weiter steigen. In Italien befinden sich mehrere Zehntausend Migranten, die in Richtung Norden ziehen möchten. Man spricht von über 60'000 und die Zahl wächst täglich. Wenn Italien diese Personen im Dublin-System nicht mehr registriert, wird das Tessin (und damit die Schweiz) zur Schengen-Aussengrenze und man muss für ­jeden Migranten ein neues Verfahren eröffnen. Das bedeutet riesige administrative Kosten und die Suche nach weiteren Empfangsstrukturen, die schon heute knapp sind. Ohne eine klare Notfallplanung und ohne föderale Solidarität seitens aller Kantone wird das Tessin «überschwemmt».

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