Zum Hauptinhalt springen

Internes Papier: SBB planen Auslagerungen im grossen Stil

Gleise erneuern sollen künftig externe Firmen. Gewerkschaften befürchten, dass Stellen und Know-how verloren gehen.

Gleiserneuerung: Rund die Hälfte der Externen sollen als Generalunternehmer oder Totalunternehmer die direkte Verantwortung für die Arbeiten übernehmen. (Archivbild)
Gleiserneuerung: Rund die Hälfte der Externen sollen als Generalunternehmer oder Totalunternehmer die direkte Verantwortung für die Arbeiten übernehmen. (Archivbild)
Thomas Hodel, Keystone
Davon erhoffen sich die SBB mehr Innovation und damit einen «effizienteren Einsatz der Steuergelder». (Archivbild)
Davon erhoffen sich die SBB mehr Innovation und damit einen «effizienteren Einsatz der Steuergelder». (Archivbild)
Thomas Hodel, Keystone
Bei solchen Umstrukturierungen gehe immer auch viel Know-how verloren, sorgen sich Gewerkschaften. Ein Schweissmeister justiert die Position neuer Weichenteile. (Archivbild)
Bei solchen Umstrukturierungen gehe immer auch viel Know-how verloren, sorgen sich Gewerkschaften. Ein Schweissmeister justiert die Position neuer Weichenteile. (Archivbild)
Alessandro della Valle, Keystone
1 / 3

Die Hälfte der Firmen, die im Auftrag der SBB Gleise erneuern, soll bis 2025 als Generalunternehmer die volle Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen. Bisher waren es 6 Prozent. Die Gewerkschaft SEV befürchtet den Verlust von 200 Stellen.

Darüber berichtete am Samstag die «Schweiz am Wochenende». Die SBB schrieben in einer Stellungnahme, dass kein Stellenabbau geplant sei. Denn das Auftragsvolumen bleibe gleich. Die externen Firmen sollen wie bisher für die Erneuerung von 100 Kilometer Fahrbahn eingesetzt werden. Im letzten Jahr erneuerten die SBB insgesamt 212 Kilometer.

Was ändere, sei lediglich das Beauftragungsmodell: So sollen bis 2025 rund die Hälfte der Externen als Generalunternehmer oder Totalunternehmer die direkte Verantwortung für die Arbeiten übernehmen. Davon erhoffen sich die SBB mehr Innovation und damit einen «effizienteren Einsatz der Steuergelder.»

«Sie haben das Gefühl, es werde billiger»

Dieser Darstellung widerspricht Urs Huber von der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV). Zwar betonen die SBB immer, dass das Arbeitsvolumen ständig zunähme und die SBB nicht alle Aufträge alleine bewältigen können, wie er auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA. Doch ein internes Dokument der Geschäftsleitung Infrastruktur, in das er Einsicht habe, nenne «beträchtliche Einsparmöglichkeiten» durch den Abbau von bis zu 200 Jobs.

Das Problem sei, dass in diesem Bereich gar kein richtiger Markt existiere, sagte Huber. Die SBB wollen lediglich Verantwortung an Generalunternehmen delegieren und habe dann «das Gefühl, es werde billiger». Doch bei diesen Umstrukturierungen gehe immer auch viel Know-how verloren, die Fachleute wanderten immer öfter zu den Privaten ab.

«Bei Störungen weiterhin SBB zuständig»

Der SEV befürchtet ausserdem, dass sich die Privaten die lukrativen Grossprojekte schnappen und die «anstrengenden Baustellen» bei den SBB bleiben könnten. Und auch für das Interventions- und Störungsmanagement – wie zum Beispiel bei Schienenbrüchen – bleiben die SBB zuständig.

Das «Umlagerungsprojekt» trägt den Namen «Beauftragung Grossprojekte und Projekte (BGP)» und startete am 1. Oktober. Verantwortlich für die Umsetzung sind gemäss SBB eine neue Geschäftseinheit mit rund 12 Mitarbeitenden, die zur Zeit rekrutiert würden.

SDA/oli

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch