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In der Schweiz werden Ebola-Viren gezüchtet

In einem der sichersten Labors der Welt in Spiez werden seit Monaten riskante Viren gezüchtet – darunter auch der Ebola-Erreger. Die Laborarbeiter tragen Hightech-Vollschutzanzüge.

Vollschutzanzüge im Überdruck: Ein Mitarbeiter im Biosicherheitslabor in Spiez BE. (Archivbild)
Vollschutzanzüge im Überdruck: Ein Mitarbeiter im Biosicherheitslabor in Spiez BE. (Archivbild)
Keystone

Ebola-Viren gibt es auch in der Schweiz – allerdings nur in einem hermetisch abgeriegelten Labor. Im Biosicherheitslabor in Spiez BE werden seit diesem Frühling Viren der Risikogruppe 4 untersucht und gezüchtet, gegen die es weder Impfstoffe noch spezifische Medikamente gibt.

Das Aufgabengebiet in der Virologie des Labors Spiez sei primär der Nachweis dieser gefährlichen Viren, zu denen auch Ebola-Viren gehören, sagte Marc Strasser, Leiter der Fachgruppe Virologie des Labors Spiez. Falls beispielsweise jemals ein Ebola-Verdachtsfall in der Schweiz auftrete, könne dieser in Spiez untersucht werden.

«Zudem betreiben wir Grundlagenforschung, die unter anderem zur Entwicklung von antiviralen Substanzen und Vorläufern von Impfstoffen beiträgt», führte Strasser aus. Mit Ebola-Viren gebe es derzeit aber keine konkreten Forschungsprojekte.

Höchste Sicherheitsstufe weltweit

Das Labor, in dem diese Viren untersucht werden, unterliegt der Sicherheitsstufe 4, der höchsten Sicherheitsstufe weltweit. Dichte Betonmauern und ein Unterdrucksystem sorgen dafür, dass keine Viren aus dem Labor herausgelangen, wie Strasser erläuterte.

Die Mitarbeiter tragen Vollschutzanzüge im Überdruck. Strasser erklärte: «Falls der Anzug beschädigt wird, wird die Luft vom Mitarbeiter weggedrückt – somit kann er nicht in Kontakt mit den Krankheitserregern kommen.»

Notfallkomitee berät in Genf

Internationale Experten für Virusinfektionen und Seuchen sind heute in Genf zusammengekommen, um weitere Massnahmen zur Eindämmung der Ebola-Epidemie in Westafrika zu erörtern.

Die Mitglieder des Notfallkomitees der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen bei zweitägigen Beratungen feststellen, ob der Ausbruch der lebensgefährlichen Infektionskrankheit als internationaler Gesundheitsnotfall eingestuft werden sollte.

Die Entscheidung darüber liegt bei WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Die Expertenempfehlung soll am Freitag bekannt gegeben werden. Es ist das erste Mal, dass das WHO-Notfallkomitee wegen eines Ebola-Ausbruchs einberufen wurde. Zuletzt hatten die Fachleute im Mai 2014 wegen der Ausbreitung von Polio in Pakistan und Afghanistan einen internationalen Gesundheitsnotfall konstatiert.

SDA/fko

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