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Im Namen des Gesetzes

Stefano A. soll Kopf einer Mafiabande sein. Obwohl das Verfahren seit zwölf Jahren läuft, der Mann drei Jahre in U-Haft sass, fehlt bisher jeder Beweis für die Anschuldigung. Der Bundesanwaltschaft droht ein Fiasko.

Seit zwölf Jahren im Visier der Bundesanwaltschaft: Stefano A.
Seit zwölf Jahren im Visier der Bundesanwaltschaft: Stefano A.
Dieter Seeger

«Allerdings hat auch die Verschleppung für den Angeklagten gewisse Nachteile, die man nicht unterschätzen darf.» Franz Kafka, «Der Prozess»

Am 19. Juli 2004 gegen 8 Uhr abends klingelt es an der Wohnungstür von Stefano A.* in Uster. Der italienisch-schweizerische Doppelbürger kocht eben mit zwei seiner vier Kinder Nachtessen. Durch das Guckloch sieht er eine blonde Frau. Als er die Tür öffnet, wird er plötzlich von maskierten Polizisten zu Boden gerissen und überwältigt. Ein Beamter erklärt Stefano A., er sei verhaftet wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Der 47-Jährige leistet keinen Widerstand, wird abgeführt – und verbringt die nächsten drei Jahre in Untersuchungshaft.

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