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Gunter Sachs war doch kein Steuerhinterzieher

Der verstorbene Milliardär habe sein Vermögen in Steueroasen geparkt, hiess es im Zuge der Offshore-Leaks-Affäre. Der Kanton Bern prüfte daraufhin seine Steuererklärungen – und dementiert nun.

Von der Berner Steuerbehörde entlastet: Der verstorbene deutsche Unternehmer Gunter Sachs. (Februar 2007)
Von der Berner Steuerbehörde entlastet: Der verstorbene deutsche Unternehmer Gunter Sachs. (Februar 2007)
Reuters

Der Kanton Bern hat offenbar bei der Überprüfung der Steuerdaten des 2011 in Gstaad verstorbenen Unternehmers Gunter Sachs keine Unregelmässigkeiten gefunden. Nach Angaben von Sachs' Willensvollstrecker kommt es nicht zu einem Verfahren.

Anwalt Peter Hafter bestätigte am Dienstag auf Anfrage die Existenz eines entsprechenden Schreibens der Berner Steuerverwaltung von dieser Woche. Das Schreiben liegt der Redaktion der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens (SRF) vor, wie diese am Dienstag vorab zur Sendung mitteilte.

Aus dem Brief gehe hervor, dass Sachs sein Vermögen korrekt versteuert habe und die Berner Behörde die Einleitung eines Verfahrens nicht für angezeigt halte.

Hafter bestätigte grundsätzlich den Inhalt des Schreibens, zu Details nahm er aber auf Anfrage nicht weiter Stellung. Bei der bernischen Steuerverwaltung war am Dienstagmorgen vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Schlaglicht auf Finanzkonstrukte

Der Fall Gunter Sachs sorgte im Zusammenhang mit der sogenannten Offshore-Leaks-Affäre für Schlagzeilen. Ein internationales Journalistennetzwerk hatte Anfang April umfangreiches Material über geheime Geschäfte von Vermögenden in Steueroasen gesichtet, analysiert und publik gemacht.

Nach Recherchen der «Süddeutschen Zeitung», des NRD sowie der «SonntagsZeitung» soll Sachs vor seinem Tod mutmassliche Vermögen in Steueroasen angelegt haben und das in Trusts liegende Vermögen bei den Finanzämtern in Bern oder in Deutschland nicht vollständig deklariert haben.

Sachs' Willensvollstrecker Peter Hafter und Robert Dissmann wiesen die Medienberichte umgehend zurück. Einkommen und Vermögen sowie der Nachlass seien ordnungsgemäss deklariert, betonten sie.

Nach den Enthüllungen in den Medien kündigte der Kanton Bern an, das Steuerdossier des verstorbenen Sachs – und allfälliger weiterer Betroffener – nochmals unter die Lupe zu nehmen.

Industriellenerbe und Kunstsammler

Der deutsch-schweizerische Doppelbürger Gunter Sachs lebte von 2008 bis zu seinem Tod 2011 in Gstaad im Berner Oberland. Der Industriellenerbe machte sich einen Namen als Kunstsammler, Fotograf und Gentleman-Playboy.

Im Alter von 78 Jahren nahm er sich in seinem Chalet im Berner Oberländer Nobelort Gstaad das Leben. Sachs hatte befürchtet, an Alzheimer erkrankt zu sein, wie er in einem Abschiedsbrief schrieb.

SDA/fko

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