Zum Hauptinhalt springen

Gesponsertes Inserat mit SVP-Sünneli sorgt für Ärger

Im Komitee für die Revision der Arbeitslosenversicherung herrscht Verstimmung. Economiesuisse finanzierte ein Inserat der SVP.

Economiesuisse hat am Mittwoch in mehreren Zeitungen ein Inserat für die Revision der Arbeitslosenversicherung (ALV) geschaltet. Das Aussergewöhnliche daran war, dass das Inserat im SVP-Stil samt Sünneli-Logo daherkommt, obwohl die Partei nichts dafür bezahlt hat. Dies berichtet die «Mittelland-Zeitung» in der heutigen Ausgabe. Das Vorgehen hat bei den Mitte-Parteien CVP und FDP für Verärgerung gesorgt. Auch sie hätten als Mitglieder des Pro-Komitees ihr Logo gerne auf dem Inserat gesehen. Der Wirtschaftsdachverband verzichtete jedoch darauf, CVP und FDP anzufragen.

«Wir sind überrascht, dass wir nicht auch kontaktiert wurden, denn wir stehen genauso hinter der verkündeten Botschaft», sagt FDP-Sprecher Noé Blancpain gemäss dem Medienbericht. Gleich tönt es bei der CVP. Mediensprecherin Marianne Binder hätte auch gerne das eigene Parteilogo auf dem Inserat gesehen: «Es ist eine Gratiswerbung für die SVP. Nun gehe ich davon aus, dass Economiesuisse uns dasselbe ermöglicht.» Wie hoch die Kosten des Inserats waren, gibt der Verband nicht bekannt.

Speziell für SVP-Wählerschaft

Inzwischen lässt Economiesuisse verlauten, dass mit dem Zeitungsinserat gezielt die SVP-Wählerschaft angesprochen werden sollte. Das Inserat wirft den Gewerkschaften Lügen vor, weil sie behauptet haben sollen, über 140'000 Unterschriften gesammelt zu haben – obwohl nur etwa die Hälfte bei der Bundeskanzlei eingereicht worden sei. «Das Thema des Inserats haben wir angestossen», sagt Silvia Bär, Generalsekretärin der SVP, die sich über die Gratiswerbung freut. Die Partei bestätigt, dass sie nichts an das Inserat bezahlt habe. Für SP-Generalsekretär Thomas Christen ist die Aktion typisch: «Die Wirtschaft finanziert Parteien, doch die Transparenz bleibt auf der Strecke.»

Nach der Kritik von CVP und FDP zeigt Economiesuisse Verständnis und Reue. «Vielleicht haben wir zu schnell entschieden, anstatt sämtliche Komitee-Parteien anzufragen. Möglicherweise wäre das wirksamer gewesen», sagt Ursula Fraefel, Kommunikationschefin von Economiesuisse. «In Zukunft werden wir noch mehr Wert darauf legen, alle Parteien an Bord zu haben.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch