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Genfer Gericht verurteilt Sohn von Sani Abacha

Der nigerianische Diktatorssohn Abba Abacha ist in Abwesenheit zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er habe sich aktiv an den Machenschaften der Familie beteiligt.

Der unbeliebte Diktator: Sani Abacha, im gleichen Jahr als er zum Generalmajor befördert wurde. Seine politische Karriere begann schon im Jahre 1983, als er am Sturz des damaligen Präsidenten beteiligt war und dem Militärdiktator Muhammadu Buhari zur Machtübernahme verhalf. Von 1993-1998 wird er als Präsident Nigeria nicht nur in den finanziellen Ruin führen, sondern auch für die Beseitigung von unzähligen Gegnern sorgen.
Der unbeliebte Diktator: Sani Abacha, im gleichen Jahr als er zum Generalmajor befördert wurde. Seine politische Karriere begann schon im Jahre 1983, als er am Sturz des damaligen Präsidenten beteiligt war und dem Militärdiktator Muhammadu Buhari zur Machtübernahme verhalf. Von 1993-1998 wird er als Präsident Nigeria nicht nur in den finanziellen Ruin führen, sondern auch für die Beseitigung von unzähligen Gegnern sorgen.
Keystone
Kurz vor der Exekution: Drei von 43 Inhaftierten, die zum Tode verurteilt wurden. Oppositionelle wurden vom Diktator durch ein Erschiessungskommando ausgelöscht.
Kurz vor der Exekution: Drei von 43 Inhaftierten, die zum Tode verurteilt wurden. Oppositionelle wurden vom Diktator durch ein Erschiessungskommando ausgelöscht.
Keystone
Stets ein Thema: Beim Treffen von Bundespräsident Moritz Leuenberger und dem damaligen Präsidenten von Nigeria, Olusegun Obasanjo, ist das Geld des Diktators Sani Abbacha ein Traktandum.
Stets ein Thema: Beim Treffen von Bundespräsident Moritz Leuenberger und dem damaligen Präsidenten von Nigeria, Olusegun Obasanjo, ist das Geld des Diktators Sani Abbacha ein Traktandum.
Keystone
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Das Genfer Polizeigericht sieht die Mitgliedschaft von Abba Abacha, Sohn des ehemaligen nigerianischen Diktators Abacha, in einer kriminellen Organisation als erwiesen an. Es verurteilte den 41-Jährigen am Freitag in Abwesenheit zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 24 Monaten.

Laut Gerichtsurteil muss der Diktatorsohn zudem die Verfahrenskosten übernehmen. Im Urteil heisst es, Abacha habe sich an den Machenschaften der Familie aktiv beteiligt, um den nigerianischen Staat auszuplündern. Es gebe daher keinen Zweifel, dass er vollumfänglich über die Geschäfte Bescheid gewusst habe.

Die von Genf beschlagnahmten Gelder, die auf ausländischen Konti in Luxemburg und auf den Bahamas platziert waren, sollen nun an Nigeria zurück gehen. Dabei handle es sich um über 400 Millionen Dollar, präzisierte Enrico Monfrini, einer der Anwälte, welche die Interessen Nigerias bei Gericht vertraten. Der afrikanische Staat nun muss einen entsprechenden Antrag an den Kanton Genf stellen.

Auf Bewährung ausgesetzt

Mit seinem Entscheid bestätigte das Genfer Polizeigericht das Urteil der ersten Instanz. Zugleich verschärfte es das Strafmass von einem auf zwei Jahre Gefängnis. Die Strafe wurde jedoch auf Bewährung ausgesetzt.

Der Genfer Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli bezeichnete das Urteil als «sehr befriedigend». Die Anwälte Abachas liessen hingegen durchblicken, dass sie Rekurs einreichen werden. Abacha hält sich zurzeit in Nigeria auf.

Abacha-Clan schaffte 2,2 Millionen ausser Landes

Der Abacha-Clan hatte während der Herrschaft von Sani Abacha - Vater von Abba Abacha - in der Zeit zwischen 1993 und 1998 schätzungsweise 2,2 Milliarden Dollar ausser Landes gebracht. Nach dem Tod ihres Vaters kontrollierten Abba Abacha und sein Bruder Mohammed einen grossen Teil dieses Geldes.

1999, ein Jahr nach dem Ableben des Diktators, hatte Nigeria die Schweiz um Rechtshilfe ersucht, um so die Gelder zurück zu bekommen. Bis heute zahlte die Schweiz dem afrikanischen Staat rund 600 Millionen Dollar zurück. Im letzten November verurteilte der Genfer Untersuchungsrichter Yves Aeschlimann den Abacha-Sohn. Dieser legte gegen das Urteil Berufung ein.

SDA/jak

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