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Gekaufte Kommentare: Economiesuisse hält an Werbeagentur fest

Trotz umstrittener Methoden im Kampf gegen die Abzockerinitiative will der Schweizer Wirtschaftsverband weiter mit der Werbeanstalt AG arbeiten. Economiesuisse versichert, nichts von der Aktion gewusst zu haben.

Werbung mit allen Mitteln: Ausschnitt aus einem Plakat, das für die Ablehnung der Minder-Initiative wirbt.
Werbung mit allen Mitteln: Ausschnitt aus einem Plakat, das für die Ablehnung der Minder-Initiative wirbt.

Die Werbeagentur, die im Auftrag von Economiesuisse die Kampagne gegen die Abzockerinitiative gestaltete und Studenten dafür bezahlte, unter falschem Namen in Onlinemedien Leserkommentare zu veröffentlichen, muss offenbar keine Konsequenzen fürchten. «Wir können der Werbeanstalt AG den Auftrag nicht entziehen, die ganze Kampagne ist schon fertiggestellt, die Plakate sind gedruckt. Die Firma hat die Aktion gestoppt, und das ist das Wichtigste», sagt Economiesuisse-Kampagnenleiterin Ursula Fraefel dem «Sonntag».

Der «Tages-Anzeiger» machte gestern die umstrittenen Methoden der Firma publik. Der Wirtschaftsdachverband distanziert sich von der Aktion und versichert, von nichts gewusst zu haben. «Der Alleingang der Werbeanstalt war sicher nicht förderlich», sagt Fraefel.

Weitere Zusammenarbeit möglich

Trotzdem schliesst der Wirtschaftsverband eine weitere Zusammenarbeit mit der Firma nicht aus: «Wir haben uns die Frage noch nicht gestellt, ob wir in Zukunft wieder mit der Werbeanstalt zusammenarbeiten wollen», sagt Kampagnenleiterin Fraefel. Im Auftrag von Economiesuisse hatte die Werbeanstalt AG bereits die Initiative «6 Wochen Ferien für alle» bekämpft.

Economiesuisse setzte im Kampf gegen die Abzockerinitiative selber offenbar auch auf Studenten. Mitarbeiter von Economiesuisse haben an der Universität Zürich mit Studenten Interviews geführt, die auf der Kampagnenwebsite veröffentlicht werden sollen. Bei den Interviewern handelt es sich um einen Praktikanten und den hauseigenen Online-Redaktor, wie Fraefel gegenüber dem «Sonntag» bestätigt.

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