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Filzverdacht bei der Bundesanwaltschaft

Auffallend oft vergibt die Bundesanwaltschaft Aufträge an die gleichen Firmen – ohne Wettbewerb. Jetzt hat sich die Aufsichtsbehörde eingeschaltet.

Ist bei der Auftragsvergabe alles korrekt gelaufen? Bundesanwalt Michael Lauber, hier während einer Medienkonferenz in Lugano. (3. November 2015)
Ist bei der Auftragsvergabe alles korrekt gelaufen? Bundesanwalt Michael Lauber, hier während einer Medienkonferenz in Lugano. (3. November 2015)
Keystone

Bei der Bundesanwaltschaft wird die Beschaffungspraxis auf Unregelmässigkeiten untersucht. Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft hat sich eingeschaltet, wie die «Schweiz am Sonntag» unter Berufung auf deren Präsidenten berichtet.

Laut Dokumenten, welche die Zeitung gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz erhielt, vergibt die Bundesanwaltschaft ihre IT- und Beratungsaufträge fast ausnahmslos ohne Ausschreibung. Es kommen dabei zudem auffallend oft die gleichen Firmen zum Zuge, die teilweise auch noch in enger Verbindung zu Bundesanwalt Michael Lauber stehen sollen.

Studienkollege von Lauber

Acht Aufträge erhielt laut «Schweiz am Sonntag» das Beratungsunternehmen PwC, fünf die IT-Sicherheitsfirma Swiss Infosec. Ein ex-PwC-Berater ist mittlerweile Laubers Generalsekretär. Der Inhaber von Swiss Infosec ist ein Studien- und Verbindungskollege des Bundesanwalts.

Es besteht der Verdacht, dass gewisse Aufträge gestückelt worden sind. «Zerstückeln heisst, dass grosse Aufträge in kleine aufgeteilt werden, um die Pflicht zur öffentlichen Ausschreibung zu umgehen. Das war auch ein Teilelement des Insieme-Debakels», sagt Marc Steiner, Beschaffungsexperte von Transparency International (TI) und Bundesverwaltungsrichter.

Gemäss Bundesanwaltschaft war alles rechtens: «Die Auftragsvergaben der Bundesanwaltschaft an die PwC erfolgten – wie jene an die anderen Auftraggeber auch – gestützt auf die einschlägigen rechtlichen Grundlagen», wird sie in der Zeitung zitiert.

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