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Falsche Zahlen zur zweiten Röhre?

Eine zweite Gotthardröhre soll sich laut Bundesrat lohnen. Stimmt nicht, sagt nun der Verein Alpen-Initiative. Der Bundesrat habe «wesentliche Elemente vergessen». Die errechnete Differenz ist riesig.

Moderne Handelsstrasse: Neben Millionen von Touristen passieren insbesondere LKW (hier am Nordportal) den 30 Jahre alten Gotthard-Strassentunnel in hoher Zahl. 2004 waren es bis zu 1,24 Millionen, ... (11. Juli 2012)
Moderne Handelsstrasse: Neben Millionen von Touristen passieren insbesondere LKW (hier am Nordportal) den 30 Jahre alten Gotthard-Strassentunnel in hoher Zahl. 2004 waren es bis zu 1,24 Millionen, ... (11. Juli 2012)
Keystone
...sodass es an den Dosierstellen, wie hier auf der Gotthard-Autobahn bei Airolo, zu kilometerlangen Staus kommen kann. (21. Januar 2002)
...sodass es an den Dosierstellen, wie hier auf der Gotthard-Autobahn bei Airolo, zu kilometerlangen Staus kommen kann. (21. Januar 2002)
Keystone
Stattdessen fordert die Tessiner Regierung, dass die Lastwagen ennet der Grenze bei Chiasso verladen werden. Sie hat darum erste informelle Gespräche mit den entsprechenden Behörden in Norditalien aufgenommen. (August 2006)
Stattdessen fordert die Tessiner Regierung, dass die Lastwagen ennet der Grenze bei Chiasso verladen werden. Sie hat darum erste informelle Gespräche mit den entsprechenden Behörden in Norditalien aufgenommen. (August 2006)
Keystone
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Der Verein Alpen-Initiative wirft dem Bundesrat vor, im Hinblick auf die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels falsch informiert zu haben. Der Bau einer zweiten Röhre koste nicht 0,8 bis 1,6 Milliarden Franken mehr als die Verladelösung, sondern 2,8 bis 3,4 Milliarden Franken mehr.

Ende Juni hatte sich der Bundesrat für den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard ausgesprochen. Damit soll eine Totalsperrung des Alpendurchgangs während der Tunnelsanierung in den 2020er-Jahren verhindert werden.

«Unvollständiger Kostenvergleich»

Eine temporäre Totalsperrung wurde auf 1,2 bis 2, eine zweite Röhre auf 2,8 Milliarden Franken beziffert. Aufgrund der Kostendifferenz von 0,8 bis 1,6 Milliarden Franken entschied sich der Bundesrat für die zweite Röhre – sie habe einen Mehrwert in Bezug auf eine allfällige weitere Totalsanierung in fünfzig Jahren.

Nun aber zeigt sich die Alpen-Initiative überzeugt, dass der Bundesrat von einem «unvollständigen Kostenvergleich» ausgegangen sei und wesentliche Elemente «vergessen» habe, wie sie mitteilt.

Doppelt so hohe Verladegebühren möglich

Bei der Berechnung der LKW-Verladegebühren könne rund doppelt so viel verlangt werden, also 210 statt 105 Franken, schreibt die Alpen-Initiative. Der Bundesrat habe die Verladegebühren anhand der Höhe von LSVA und Dieselverbrauch berechnet, welche die Transportunternehmen bei einem Verlad einsparen würden. Laut Alpen-Initiative seien die gesamten Einsparungen aber höher. Auch die Kosten für Amortisation und Unterhalt der Lastwagen würden durch die Verladung sinken.

Zudem verteure sich die Lösung mit der zweiten Röhre durch die Betriebs- und Unterhaltskosten des neuen Tunnels bis zur nächsten Sanierung nach 40 Jahren auf 3,8 bis 4,4 Milliarden Franken. «Somit ergibt sich eine effektive Kostendifferenz von 2,8 bis 3,4 Milliarden Franken zwischen der Verladelösung und dem Bau einer zweiten Röhre», schreibt die Alpen-Initiative.

SDA/mw

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