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Experten glauben, Blocher besitze Raubkunst

Ein Hodler-Gemälde aus der Kunstsammlung von Christoph Blocher soll im Zweiten Weltkrieg zwangsverkauft worden sein. Der ehemalige SVP-Bundesrat kennt die Vorwürfe.

Soll laut WOZ Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg sein: Hodler-Gemälde «Lied aus der Ferne». (Archivbild)
Soll laut WOZ Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg sein: Hodler-Gemälde «Lied aus der Ferne». (Archivbild)
Regula Kühne, Keystone
Blocher mit «Bregagliotto/Bauer aus dem Bergell» von Giovanni Giacometti (links) und «Tanzmusikanten» von Max Buri.
Blocher mit «Bregagliotto/Bauer aus dem Bergell» von Giovanni Giacometti (links) und «Tanzmusikanten» von Max Buri.
Dominic Steinmann, Keystone
Am Tag vor seinem 75. Geburtstag kann Christoph Blocher die Ausstellung seiner Bilder eröffnen.
Am Tag vor seinem 75. Geburtstag kann Christoph Blocher die Ausstellung seiner Bilder eröffnen.
Thomas Egli
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Christoph Blocher zeigt derzeit im Oskar-Reinhart-Museum in Winterthur einen grossen Teil seiner Kunstsammlung. Nicht ausgestellt ist ein Hodler-Gemälde namens «Lied aus der Ferne», das laut Recherchen der WOZ Raubkunst aus dem Zweiten Weltkrieg sein soll. Christoph Blocher hat dem Wochenblatt bestätigt, sowohl im Besitz eines solchen Hodler-Gemäldes zu sein als auch die Vorwürfe zu kennen.

Das Bild gehörte kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges dem jüdischen Industriellen Max Meirowsky. Dieser musste im November 1938 in Berlin seine Kunstsammlung verkaufen, um seine Flucht vor dem nationalsozialistischen Regime in Deutschland finanzieren zu können.

Vom «Lied aus der Ferne» von Ferdinand Hodler, das eine Frau in einem blauen Kleid zeigt, gibt es drei Varianten. Ein renommierter Hodler-Spezialist vermutet, dass sich das Meirowsky-Bild in Privatbesitz befindet, die anderen beiden gehören Museen. Gegenüber der WOZ bestätigt Blocher, im Besitz einer «solchen Hodler-Variante» zu sein.

Zwangsverkauf spricht für Raubkunst

Als Raubkunst gilt das Bild laut der Anwältin Imke Gielen, die den Nachlass von Meirowsky verwaltet, weil ein «verfolgungsbedingter Verlust durch Zwangsverkauf vorliege». Die Historikerin Anja Heuss bestätigt diese Einschätzung. Im Fall von Raubkunst können Restitutionsforderungen geltend gemacht werden.

Christoph Blocher habe erst viele Jahre nach dem Kauf von dritter Seite vom «angeblichen Vorhalt, der für uns bis dahin absolut neu war», erfahren. Der Sachverhalt und die rechtliche Situation seien in Abklärung.

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