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Es gab eine dritte Libyen-Geisel

Neben Max Göldi und Rachid Hamdani suchte ein dritter Mann wochenlang Zuflucht in der Schweizer Botschaft in Tripolis. Ihm erging es besser als seinen zwei Leidensgenossen.

Nach der Verhaftung von Hannibal Ghadhafi in Genf im Juli 2008 hatte neben Max Göldi und Rachid Hamdani ein dritter Schweizer in der Schweizer Botschaft in Tripolis Zuflucht gefunden. Er blieb wochenlang Gast der Schweizer Botschaft.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte einen entsprechenden Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» und «Tages-Anzeiger». Dank den Bemühungen des EDA habe der Mann schliesslich ein libysches Ausreisevisum erhalten und Libyen Ende Oktober 2008 verlassen, sagte EDA-Sprecher Adrian Sollberger.

Am Flughafen an der Ausreise gehindert

Weitere Einzelheiten wollte das EDA nicht bekannt geben. Laut der Zeitung handelt es sich um einen 35-jährigen Schweizer, der in Libyen für ein deutsches Unternehmen beim Bau einer Pipeline arbeitete. Auf dem Flughafen von Tripolis sei ihm am 19. Juli 2008 die Ausreise verweigert worden.

Er sei aber - anders als Göldi und Hamdani - nicht in ein Gefängnis gebracht worden, sondern habe sich in die Schweizer Botschaft retten können. Dort fand er Zuflucht, bis er das nordafrikanische Land verlassen durfte.

Hamdani erzählte von dritter Geisel

Auch Rachid Hamdani hatte gegenüber dem «Tages-Anzeiger» von der dritten Geisel erzählt. «In der Botschaft hatten neben Max auch seine Frau und ein weiterer Schweizer Staatsangehöriger Zuflucht gesucht», sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Interview. «Er hatte immer in Deutschland gelebt und war als Schweisser für wenige Wochen nach Libyen zum Arbeiten gekommen. Doch mit seinem Schweizer Pass konnte auch er nicht ausreisen.»

Laut Hamdani sei anschliessend «ein Abkommen» vereinbart worden, dessen Details er nicht kenne. «Aber soviel ich weiss, erhielt er eine Ausreisebewilligung, und es gab im Gegenzug ein Visum für jemanden aus der Ghadhafi-Familie.»

SDA/oku

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