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Erst 0,8 Prozent Axpo-Strom stammen aus neuen Quellen

Warten auf die Energiewende: Die Schweizerische Energie-Stiftung hat den Strommix und die Umweltbelastung der grössten Stromproduzenten berechnet. Nur ein Konzern nutzt mehrheitlich erneuerbare Quellen.

Aus Sonne, Wind und Biomasse wird in der Schweiz nach wie vor nur wenig Strom gewonnen. Die vier grössten Schweizer Energieversorger produzieren den grössten Teil ihres Stroms in Atom-, Wasser- und Gaskraftwerken. Das zeigt eine Aufstellung der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES).

Bei der Stromproduktion aus neuer erneuerbarer Energie habe sich trotz eingeläuteter Energiewende fast nichts verändert, teilte die Energie-Stiftung in einem Communiqué mit. Zur sogenannt neuen erneuerbaren Energie gehören etwa Sonne, Biomasse, Geothermie und Wind.

BKW führend

Nicht dazu gezählt wird die Wasserkraft. In der Schweiz sei das Potenzial dafür bereits ausgeschöpft, sagte Kim Kerkhof von der Energie-Stiftung auf Anfrage. Daher müsse die Energiewende durch die neue erneuerbare Energie erfolgen.

Der Anteil an dieser Energie sei bei den vier grössten Energieversorgern der Schweiz jedoch noch viel zu klein, urteilt die Energie-Stiftung.

Von den vier grössten Energieversorger der Schweiz wies die BKW letztes Jahr mit 5,6 Prozent den höchsten Anteil an neuer erneuerbarer Energie auf. Im Vorjahr waren es erst 3,8 Prozent gewesen. Dennoch schreibt die Energie-Stiftung, der Anteil bewege sich «nach wie vor auf erschreckend niedrigem Niveau».

Auch Repower, Alpiq und Axpo setzen stärker auf neue erneuerbare Energie, allerdings auf tiefem Niveau. Bei Repower stieg der Anteil im Vergleich zum Vorjahr von 2,6 auf 3,0 Prozent, bei Alpiq von 1,1 auf 2,8 Prozent.

Bei der Axpo erfolge die Energiewende sogar nur hinter dem Komma, schreibt die Energie-Stiftung: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil neuer erneuerbarer Energie von 0,36 auf 0,76 Prozent.

Die Axpo verwies in einer Stellungnahme darauf, dass sie die mit Abstand grösste Produzentin von erneuerbarer Energie in der Schweiz sei. Zudem werde die Axpo die Produktion aus neuer Energie in der Schweiz und in Europa bis 2030 von heute 2,2 auf 5 Terrawattstunden erhöhen.

Bezieht man die Wasserkraft mit ein, sieht der Strommix der vier Konzerne deutlich grüner aus. Allerdings gelingt es mit Repower bisher nur einem der Konzerne, mehr als die Hälfte der Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Axpo-Strom belastet Umwelt besonders stark

Auf dem letzten Platz landet die Axpo laut der Studie der Energie-Stiftung auch, was die Umweltbelastung pro produzierter Kilowattstunde angeht. Grund für das schlechte Abschneiden sind der hohe Anteil an Atomstrom und die daraus resultierenden Atommüllmengen.

Je nach Anteil des Stroms aus nuklearen und fossilen Brennstoffen fällt die Umweltbilanz unterschiedlich aus: Die Grafik zeigt Umweltbelastungspunkte (linke Säule), Klimagase umgerechnet in Gramm CO2 (Mitte) und Atommüll in Kubikmilimeter, jeweils pro Kilowattstunde.

Den grössten CO2-Austoss pro Kilowattstunde verursacht Alpiq, da der Konzern als einziger Schweizer Stromproduzent auf Kohle setzt und zudem rund einen Drittel des Stroms aus Gas produziert.

Die Energie-Stiftung fordere die grossen Schweizer Stromunternehmen und ihre staatlichen Besitzer auf, die Energiewende in der Schweiz ernsthaft mitzugestalten, heisst es im Communiqué. Es brauche Investitionen in die einheimische erneuerbare Stromproduktion. Nur das schaffe Versorgungssicherheit und Wertschöpfung im eigenen Land.

SDA/mw

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