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Energiestrategie 2050: Resultate von 13 Studien

Derzeit wird heftig über die Folgen der Energiewende auf die Schweizer Wirtschaft diskutiert. Nun hat Swisscleantech Resultate mehrerer Studien bezüglich Machbarkeit und Kosten der Energiestrategie 2050 verglichen.

Könnte früher vom Netz genommen werden als geplant: Blick über den Rhein und das Dorf Full-Reuenthal auf den Kühlturm des Kernkraftwerks Leibstadt. (Archivbild)
Könnte früher vom Netz genommen werden als geplant: Blick über den Rhein und das Dorf Full-Reuenthal auf den Kühlturm des Kernkraftwerks Leibstadt. (Archivbild)
Gaetan Bally, Keystone
Der Bundesrat will erneuerbare Energien fördern: Das grösste Windkraftwerk der Innerschweiz im Entlebuch bei der Alp Lutersarni. (30.8.2013)
Der Bundesrat will erneuerbare Energien fördern: Das grösste Windkraftwerk der Innerschweiz im Entlebuch bei der Alp Lutersarni. (30.8.2013)
Sigi Tischler, Keystone
Ist mit 42 Jahren in Betrieb das älteste Kernkraftwerk der Welt: Das Atomkraftwerk Beznau. (3. Juni 2011)
Ist mit 42 Jahren in Betrieb das älteste Kernkraftwerk der Welt: Das Atomkraftwerk Beznau. (3. Juni 2011)
Keystone
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Die Energiestrategie 2050 des Bundes basiert auf vielen Annahmen. Zahlreiche Think Tanks, Organisationen und Institute haben die Energiewende ebenfalls durchgerechnet und sind zu sehr unterschiedlichen Resultaten gekommen. Swisscleantech hat die Resultate von 13 Studien verglichen.

Ein Befund ist dabei eindeutig: Technisch ist die Energiewende machbar. Widersprüchlich sind die Resultate bezüglich der Kosten. Je nach Referenzszenario betragen sie 50 bis 100 Milliarden Franken bis 2050 – das sind maximal 2,5 Milliarden pro Jahr.

Wirtschaftlich verkraftbar

Noch nicht berücksichtigt sind dabei Zusatznutzen wie neue Arbeitsplätze, das geringere nukleare Risiko, tiefere Gesundheitskosten oder zusätzliches Know how. Unter dem Strich kommen die Modellrechnungen zu Auswirkungen auf das BIP von -0,5 Prozent bis 2 Prozent.

Die Energiewende sei wirtschaftlich verkraftbar, bilanziert swisscleantech. Dies werde auch durch die von der Economiesuisse präsentierte KOF-Studie nicht in Frage gestellt. Der grüne Wirtschaftsverband weist darauf hin, dass die Studien wegen methodischen Unterschieden nur beschränkt vergleichbar sind.

Fünf Initiativen hängig

Derzeit sind neben den stets drohenden Referenden zur Energiepolitik noch eine ganze Reihe von Volksinitiativen hängig.

  • Am weitesten gediehen ist die Cleantech-Initiative der SP. Diese verlangt unter anderem, dass die Schweiz bis 2030 ihren Energiebedarf mindestens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien deckt. Die zuständige Kommission des Nationalrats versucht derzeit, die SP mit einem indirekten Gegenvorschlag zum Rückzug zu bewegen.
  • Beim Bundesrat hängig ist die Initiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft» (Grüne Wirtschaft). Die Grünen wollen damit erreichen, dass der Ressourcenverbrauch sinkt. Der Bund müsste mittel- und langfristige Ziele festlegen. Erreicht werden sollen diese mit einer ökologischen Steuerreform.
  • Direkt auf eine ökologische Steuerreform zielt die Initiative der Grünliberalen. Die Partei verlangt, dass die Mehrwertsteuer durch eine Steuer auf der Produktion und der Einfuhr fossiler Energie ersetzt wird. Die Einnahmen sollen gleich hoch wie jene der Mehrwertsteuer sein. Ein Teil der Einnahmen soll der AHV, den unteren Einkommensschichten sowie Eisenbahngrossprojekten zu Gute kommen.
  • Ebenfalls beim Bundesrat hängig ist die von den Grünen und Umweltorganisationen eingereichte Initiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie». Das Volksbegehren legt maximale Laufzeiten für alle AKW in der Schweiz fest. Das letzte würde 2029 vom Netz gehen. Die Ausstiegs-Initiative «Kernkraftwerke sind abzuschalten» ist mangels Unterschriften gescheitert.
  • Für die Stromeffizienz-Initiative läuft noch die Unterschriftensammlung. Das parteiübergreifend abgestützte Volksbegehren hat zum Ziel, den Stromverbrauch bis 2035 auf dem Niveau von 2011 zu stabilisieren. Damit geht die Initiative weiter als die Ziele des Bundesrats.

SDA/kpn

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