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Elisabeth Schneider-Schneiters missglückte Wortwahl

Die Baselbieter CVP-Nationalrätin setzt sich ins gleiche sprachliche Nest wie die Islamisten, die sie kritisiert.

Serkan Abrecht
National­rätin Schneider-Schneiter poltert auf Stammtischniveau. Foto: Pino Covino
National­rätin Schneider-Schneiter poltert auf Stammtischniveau. Foto: Pino Covino

Politik ist schwierig. Vor allem für Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP), die ein überzeugter EU-Turbo ist, während ihr Parteichef in die andere Richtung schreitet. Sie ist auch eine Hardlinerin in der Islamkritik. Während man in der politischen Mitte kritische, aber gemässigte Töne in der Islamdebatte einschlägt.

National­rätin Schneider-Schneiter poltert jedoch auf Stammtischniveau im Internet: «Wir haben genügend Rechtsgrundlagen, um solche Brunnenvergifter auszuschaffen. Tun wir es», schreibt sie zum Fall des Bieler Imams Abu Ramadan, der von der Sozialhilfe lebt und notorisch gegen die Schweiz hetzt. Politik ist schwierig, Semantik für Schneider-Schneiter offenbar auch.

Mit dem Wort «Brunnenvergifter» setzt sie sich ins gleiche sprachliche Nest wie die Islamisten, die sie so gern kritisiert. Die «Vergiftung von Brunnen» ist seit Jahrhunderten ein bekanntes antisemitisches Stereotyp. Mahmoud Abbas, Islamist und Antisemit, behauptete im Europaparlament einst, dass israelische Rabbis versuchen würden, das Trinkwasser der Palästinenser zu vergiften.

Mancher darf zu Recht behaupten, dass man bei den heutigen Sprachempfindlichkeiten in Politik und Gesellschaft ein wenig gelassener reagieren soll. Aber ist es geschickt, als Nationalrätin antisemitische Kampfbegriffe in welchem Kontext auch immer anzuwenden? Nein, es ist nur dumm.

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