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«Eine Sache falsch eingeschätzt zu haben, ist ja noch keine Todsünde»

Alt-Bundesrat Christoph Blocher (73) trieb als Justizminister die Revision des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts voran. Die massiven Kostenfolgen konnte Blocher damals nicht absehen.

Altbundesrat Christoph Blocher sprach sich in seiner Zeit als Justizministerfür Kesr-Revision in seiner Zeit als Justizminister aus.
Altbundesrat Christoph Blocher sprach sich in seiner Zeit als Justizministerfür Kesr-Revision in seiner Zeit als Justizminister aus.
Keystone

BaZ: Herr Blocher, die Schlussphase der Revision des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts (Kesr) fällt in Ihre Zeit als Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Konnten Sie damals absehen, dass die Revision des Kesr zu massiven Kostenfolgen in den Gemeinden und Kantonen führen wird?

Christoph Blocher: Absehen nicht. Aber dies wurde von den Skeptikern befürchtet. Die Fachleute sprachen von gegenteiligen Folgen. Leider hat sich damals die Grosszahl der Gemeinden, die ja bezahlen müssen, in der Vernehmlassung für dieses System ausgesprochen. Das ganze Kesr wird allzu sehr theoretisch und juristisch betrachtet. Weil hier viel menschliche Betreuung und direkte Hilfe im Spiel ist, ist die Ansiedlung unten, wo man die Leute kennt und wo pragmatisch eingegriffen werden kann, sehr wichtig. Früher taten dies Gemeinden nach eigenen Entschlüssen und bezahlten. Jetzt bezahlen die Gemeinden und die höhere Ebene Bund und Kanton befehlen. Meines Erachtens ist die Rückgängigmachung zu prüfen.

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