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Ein Leben nach dem Bundesrat

Alt Bundesräte haben sich immer wieder in internationalen Organisationen engagiert. Mit Joseph Deiss kann sich aber kaum einer messen.

War unter Kofi Annan Sonderbotschafter für Sport: Adolf Ogi.
War unter Kofi Annan Sonderbotschafter für Sport: Adolf Ogi.
Keystone

Zu Ehren innerhalb der UNO kam Adolf Ogi: Der damalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan ernannte den sportbegeisterten Berner zum UNO-Sonderberater «für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden». Zwischen 2001 und 2007 lancierte Ogi weltweit Projekte.

Internationales Ansehen erlangte auch Flavio Cotti, der im Jahr 1996 als Schweizer Aussenminister die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) präsidierte. Den Sitz in der damals einflussreichen Organisation hatte er aktiv gesucht. Er nutzte seinen Posten geschickt, um in Bosnien möglichst freie Wahlen zu ermöglichen.

Damit gelang es ihm, die Guten Dienste der Schweiz ins internationale Rampenlicht zu rücken. Sein persönliches Engagement brachte ihn im Frühling 1999 ins Gespräch für den Posten eines UNO- Sonderbeauftragten für den Balkan - ohne Erfolg allerdings.

Für seine internationalen Beziehungen war auch der vor zwei Jahren verstorbene Kurt Furgler bekannt. Im Jahr 1985 begrüsste er als Bundespräsident in Genf die zwei damals mächtigsten Männer der Welt: Ronald Reagan und Michail Gorbatschow. Nach seinem Rücktritt aus dem Bundesrat 1986 war Furgler Vizepräsident des Club of Rome.

Namhafte Schweizer Experten

Weit häufiger als alt Bundesräte verschaffen aber Diplomaten, Experten oder andere Politiker der Schweiz auf internationalem Parkett einen Namen.

Prominentester Schweizer bei der UNO bleibt Jean Ziegler, der einstige Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Heute amtet der ehemalige SP-Nationalrat als Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats.

Der Tessiner Ständerat Dick Marty untersuchte für den Europarat als Sonderberichterstatter die CIA-Aktivität in Europa und den möglichen Organhandel während des Kosovos-Krieges. Zudem ist die Schweiz immer wieder mit namhaften Experten in UNO-Gremien vertreten: Beispielsweise die Völkerrechtler Lucius Caflisch und Walter Kälin oder der Klimaforscher Thomas Stocker.

Weitere bekannte Namen sind Carla Del Ponte (Ex-Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag) oder der ehemalige UNO- Rechtsberater Nicolas Michel.

Wirtschaft, Beratung und Bücher

Die meisten abgetretenen Bundesräte und Bundesrätinnen sorgten im Gegensatz zu Deiss eher im Inland für Furore. Zu den häufigsten Beschäftigungen der Ex-Bundesräte gehören: Die Mitgliedschaft in Stiftungs- und Beiräten, Lehr- oder Beratertätigkeit oder publizistische Aktivitäten.

Alt Bundesräte sind dank ihrer guten Kontakte auch als Verwaltungsräte bei Unternehmen beliebt - so derzeit Kaspar Villiger bei der UBS.

SDA/cpm

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