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EDA belegt Botschafter mit Maulkorb

Ein Schweizer Botschafter sollte zum Thema «Völkermord an den Armeniern» referieren. Didier Burkhalters Aussendepartement war die Angelegenheit zu heiss.

«Missverständnisse vermeiden»: Bundesrat Didier Burkhalter spricht an der EDA-Jahreskonferenz. (12. November 2015)
«Missverständnisse vermeiden»: Bundesrat Didier Burkhalter spricht an der EDA-Jahreskonferenz. (12. November 2015)
Dominic Steinmann, Keystone

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seinem Botschafter Lukas Gasser untersagt, an der Vernissage für ein neues Buch zum Thema «Völkermord an den Armeniern» als Redner aufzutreten. Die Vernissage fand am 27. Oktober im Zürcher Archiv für Zeitgeschichte statt. Gasser, Schweizer Botschafter in Armenien, war dabei als Redner vorgesehen gewesen.

«Mit Blick darauf, dass der Untertitel des Buches das Wort ‹Völkermord› enthält, hat das EDA von einer offiziellen Teilnahme an der Vernissage abgesehen, um Missverständnisse zur Position der schweizerischen Regierung zu vermeiden», sagt EDA-Sprecherin Carole Wälti der «NZZ am Sonntag». Der Botschafter habe jedoch als Privatperson am Anlass teilgenommen.

Historiker sprechen von Genozid

Mit dem Maulkorb wolle das Aussendepartement von Bundesrat Didier Burkhalter «Missverständnisse» mit der Türkei vermeiden, schreibt die «NZZ am Sonntag». Diese anerkennt die Deportationen und Exekutionen von Armeniern, dem zwischen 1915 und 1918 mehrere Hunderttausend Menschen zum Opfer fielen, nicht als Völkermord. Unter Historikern gilt es als erwiesen, dass es dabei um einen Genozid handelt.

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