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Doris Leuthard will Atomenergie nicht ganz fallen lassen

Doris Leuthard hält eine Schweiz ganz ohne Atomstrom für eine Illusion. Für die Energiezukunft des Landes lässt sich die Bundesrätin mehrere Optionen offen.

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«Im Import wird immer Atomstrom dabei sein»: Doris Leuthard.
«Im Import wird immer Atomstrom dabei sein»: Doris Leuthard.
Keystone

Energieministerin Doris Leuthard relativiert den bundesrätlichen Entscheid zum Atomausstieg. Die Kernenergie könnte wieder ein Thema werden, falls dereinst die Kernfusion gelingen sollte, sagte sie im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

«Sollte etwa in 30 Jahren die Kernfusion gelingen, und sollten die Vorteile der Atomenergie wieder überwiegen, könnte man das Gesetz erneut anpassen», sagte Leuthard. Heute entscheide man aufgrund der heutigen Fakten - und die sprächen gegen neue Investitionen in die Kerntechnologie. «Aber wer kann heute schon sagen, wie sich die Technologie entwickelt?»

Schweiz werde weiter Atomstrom importieren

Die CVP-Bundesrätin erinnerte zudem daran, dass der Ausstieg etappenweise in 25 bis 30 Jahren erfolgen soll. «Manche Kreise» würden hingegen den Eindruck erwecken, als steige die Schweiz sofort aus.

Was die völlige Unabhängigkeit von der Atomkraft betrifft, dürfe man sich «keinen Illusionen hingeben», sagte Leuthard. Die Schweiz könne weiterhin Strom importieren, und «im Import wird immer ein Anteil Atomstrom dabei sein».

Politiker fordern Masterplan

Andere Schweizer Politiker und Stromproduzenten fordern derweil, dass die Energiezukunft der Schweiz in einem Masterplan geregelt wird. Urs Gasche, Verwaltungsratspräsident des Berner Energieunternehmens BKW, verlangt im Interview mit der «SonntagsZeitung», dass der Bundesrat dem Parlament Gesetzesvorschläge vorlegt, in denen Verfahren gestrafft und die Opposition gegen Energieprojekte eingedämmt werden. Vorbild ist das Vorgehen bei der Bahn 2000.

Gleich argumentiert, von links bis rechts, die Politik: BDP-Präsident Hans Grunder will dem Bund nicht nur die Planung der Energiezukunft in die Hand geben, sondern ihm auch die Bewilligungskompetenz erteilen. Diese liegt heute bei den Gemeinden und Kantonen. Stromleitungen, Speicherwerke und Stromproduktionsanlagen sollen so auf Bundesebene zentral genehmigt werden.

CVP-Chef Christophe Darbellay verlangt, dass die Idee weiter verfolgt wird. Selbst linke Umwelt- und Energiepolitiker machen sich dafür stark. Ursula Wyss: «Ein Masterplan ist auch im Interesse der Umweltverbände, die in die Planung mit einbezogen werden. Kantone und Gemeinden müssen Hand bieten.»

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