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Doris Leuthard als Reporterin bei SF1

Gleich zwei Mal zeigte sich die Bundespräsidentin heute Abend zur besten Zeit im Schweizer Fernsehen. Erst lobte sie vor Studiokulisse Europa, dann berichtete sie aus Rom – live mit Mikrofon.

Frei gesprochen vor sonniger Kulisse: Doris Leuthard in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.
Frei gesprochen vor sonniger Kulisse: Doris Leuthard in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.
SF/Tagesschau

Die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard reiste heute Mittwoch nach Rom, um sich mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zu treffen. Themen waren heikle Dossiers wie Steuerfragen und die Libyen-Krise.

Das Treffen verlief offenbar gut, und das verkündete Leuthard ihren Landsleuten gleich selber in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. Leuthard stand auf einem Römer Platz in der Sonne und berichtete mit Mikrofon direkt ins Studio nach Zürich – wie es üblicherweise die Auslandkorrespondenten tun.

Der Besuch sei gut verlaufen, sagte Leuthard in die Kamera. Jetzt gelte es, offene Fragen um das Doppelbesteuerungsabkommen anzugehen – «auf pragmatische Art und Weise». Auf die Nachfrage des Moderators, ob Berlusconi sich in der Libyen-Krise für die Schweiz einsetzen werde, zeigte sich die Bundespräsidentin optimistisch. Der Ministerpräsident habe sich bereit erklärt, seine guten Beziehungen zu Muammar al-Ghadhafi zu nutzen, um sich für den nach wie vor festgehaltenen Max Göldi einzusetzen, was die Schweiz sehr begrüsse. «Wir sind dankbar für jede Hilfe», so Leuthard. Es handle sich allerdings um ein schwieriges Dossier, dessen Verlauf sich schwer vorhersagen lasse. Leuthard und Moderator dankten, die Bundespräsidentin wurde ausgeblendet. Sie wird morgen Donnerstag den Papst im Vatikan besuchen.

Rede vor nüchterner Studiokulisse

Vor ihrem Auftritt in der «Tagesschau» war Leuthard bereits minutenlang auf SF1 zu sehen. Um 19.20 Uhr nahm sie den heutigen Europatag zum Anlass, um vor einem nüchternen Kulissenbild des Europarat-Hauptsitzes die guten Beziehungen der Schweiz zu Europa zu loben und die Bedeutung einer europäischen Zusammenarbeit zu betonen. Seit 1964 feiern die europäischen Staaten am heutigen 5. Mai den Europatag, der an die Gründung des Europarates 1949 erinnert.

Es lohne sich, dass sich die Schweiz «vereint unter Nachbarn» für europäische Werte einsetze, so Leuthard. «Wir helfen einander, wir profitieren voneinander, wir brauchen einander», sagte die Bundespräsidentin mit Blick auf die Beziehungen zwischen der Schweiz und Europa. «Selbst wenn wir nicht immer einer Meinung sind», brauche die Schweiz Europa, und Europa brauche die Schweiz. Der Schweiz seien der Föderalismus und die Grundrechte wichtig – und das seien auch die Werte, für die der Europarat stehe, so Leuthard. Während ihrer Studiobotschaft wirkte die Bundespräsidentin wesentlich weniger lebendig als bei ihrem Korrespondentenauftritt– was wohl daran lag, dass die Europa-Rede vermutlich abgelesen war – während Leuthard unter der Römer Sonne frei und souverän erzählte.

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