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Diese Zahlen ändern sich mit Parmelins Wahl

Wie viele Bauern gab es im Bundesrat? Wie alt ist die Bundesregierung durchschnittlich? Wer ist untervertreten? Fakten, Fakten, Fakten.

Hoffnungsträger Guy Parmelin soll den Romands die SVP näher bringen, erhoffen sich die Parteistrategen.
Hoffnungsträger Guy Parmelin soll den Romands die SVP näher bringen, erhoffen sich die Parteistrategen.
Jean-Christophe Bott
Mutter Jeannine und Vater Richard  freuen sich.
Mutter Jeannine und Vater Richard freuen sich.
Keystone
Beim Räumen seines Pults im Nationalrat.
Beim Räumen seines Pults im Nationalrat.
Keystone
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Mit dem SVP-Bundesrat Guy Parmelin ist ein Landwirt und Weinbauer in den Bundesrat eingezogen. Zusammen mit Ueli Maurer, der vor der Wahl in den Bundesrat Geschäftsführer einer landwirtschaftlichen Genossenschaft war, verstärkt er die Abordnung der Landwirtschaft in der Regierung.

Der erste Bauern-Vertreter im Bundesrat war der legendäre Berner Rudolf Minger, der 1929 gewählt wurde und der Landesregierung bis 1940 angehörte. Er war der erste Präsident der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei, die 1971 zur SVP wurde.

Ein weiterer Landwirt im Bundesrat war Friedrich Traugott Wahlen. Der für den Wahlen-Plan zur Sicherung der Ernährungim Zweiten Weltkrieg bekannte Berner wurde 1958 in den Bundesrat gewählt und war bis 1965 Regierungsmitglied.

Als Direktor der Abteilung für Landwirtschaft der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) arbeitete er laut dem «Historischen Lexikon der Schweiz» ab 1949 in Washington und ab 1951 in Rom. Von 1950 bis 1952 war er Chef des technischen Programms der FAO, und von 1958 bis 1959 amtierte er als Vizedirektor.

Über hundert Bundesrätinnen und Bundesräte hat die Vereinigte Bundesversammlung seit 1848 gewählt. Guy Parmelin ist davon der 15. Vertreter des Kantons Waadt in der Regierung. Jean-Pascal Delamuraz war vor über 17 Jahren der letzte Waadtländer im Bundesrat.

Alle bisherigen Regierungsvertreter aus der Waadt gehörten der FDP an, von Daniel-Henri Druey (1848-1855) bis Jean-Pascal Delamuraz, der von Anfang 1984 bis Ende März 1998 im Amt war. Parmelin ist also der erste Waadtländer SVP-Vertreter im Bundesrat.

Ein Westschweizer und ein Tessiner oder zwei Westschweizer sassen praktisch immer im Bundesrat. Laut geltender Bundesverfassung «ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Landesgegenden und Sprachregionen angemessen vertreten sind».

Die französischsprachige Schweiz hatte seit 1848 unterbrochen einen Bundesrat. Mit Alain Berset (SP/FR), Didier Burkhalter (FDP/NE) und Parmelin sitzen ab kommendem Jahr drei Vertreter der Westschweiz in der Regierung - erst zum dritten Mal.

Zuletzt sassen zwischen März 1999 und Juli 2006 mit dem Freiburger Joseph Deiss, dem Walliser Pascal Couchepin und den Genferinnen Ruth Dreifuss (1993-2002) sowie Micheline Calmy-Rey (2002-2011) gleichzeitig drei Westschweizer und Westschweizerinnen im Bundesrat.

Das weibliche Geschlecht ist im Bundesrat wieder stark untervertreten. Da Eveline Widmer-Schlumpf durch Guy Parmelin ersetzt wird, sitzen mit Simonetta Sommaruga und Doris Leuthard nur noch zwei Frauen in der Regierung.

Angemessen waren die Frauen, die die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, bisher nur während gut eines Jahres vertreten gewesen. Zwischen dem Amtsantritt von Sommaruga im November 2010 und dem Rücktritt von Micheline Calmy-Rey Ende 2011 gehörten vier Frauen dem siebenköpfigen Bundesrat an. Danach waren es mit Widmer-Schlumpf, Leuthard und Sommaruga noch drei.

Elisabeth Kopp war 1984 als erstes weibliches Mitglied in die Schweizer Landesregierung gewählt worden. Insgesamt sassen bisher erst sieben Frauen im Bundesrat, gegenüber mehr als hundert Männern.

Übrigens: Guy Parmelins Wahl senkt den Altersdurchschnitt des Bundesrats – aber nur leicht. Sind die bisherigen sieben Mitglieder der Landesregierung im Durchschnitt 56,143 Jahre alt, werden es ab dem 1. Januar 55,571 Jahre sein.

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