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«Diese bösen, groben und schnöden Bauern»

1499 teilte der Kaiser den Eidgenossen mit, was er von ihnen hält. Ein Beitrag zur Aktualität.

Wie ein Schadenexperte listete Maximilian I. alle Gebiete auf, die er verlor.
Wie ein Schadenexperte listete Maximilian I. alle Gebiete auf, die er verlor.

Der Kaiser war nicht amüsiert. Nachdem er seit dem Februar, als der Krieg zwischen den Eidgenossen und ihm ausgebrochen war, schon sechs Schlachten verloren hatte, war Maximilian I. zum Schluss gekommen, dass es höchste Zeit war, noch mehr Truppen zu mobilisieren. Nur ein Reichskrieg, so glaubte der Habsburger, konnte die Eidgenossen zur Räson bringen. Wir schreiben das Jahr 1499. Unter Reichskrieg verstand man eine militärische Aktion des gesamten Reiches, des sogenannten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Es war ein merkwürdiges Gebilde – das in manchem durchaus mit der Europäischen Union vergleichbar ist. Das Reich war universal und sollte jeden Christen des Westens umfassen, und der Kaiser, sein formelles Oberhaupt, stand nicht nur Bauern, Rittern, Bürgern, dem Adel und dem Klerus vor, sondern eigentlich herrschte er – in der Theorie – selbst über alle Könige und Fürsten. Ob der König von England oder der Roi de France: Sie unterstanden dem Kaiser. Nur was den Papst betrifft, den Stellvertreter Christi auf Erden, waren die Verhältnisse etwas konfuser.

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