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«Die Schweiz war immer in der Defensive»

Seit 60 Jahren diskutiert die Schweiz über ihr Verhältnis zu Europa. Ein neues Buch zeigt Erfolge und Rückschläge auf. Herausgeber und Ex-Diplomat Max Schweizer sagt, was die Schweiz daraus lernen kann.

Raphaela Birrer und Vincenzo Capodici
Max Schweizer arbeitete von 1980 bis 2012 als Diplomat im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Max Schweizer arbeitete von 1980 bis 2012 als Diplomat im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Wikimedia/Kilian J. Kessler
Karl Schmid, Professor für deutsche Sprache und Literatur an der ETH in Zürich. Schmid war von 1953–1957 Rektor der ETH Zürich.
Karl Schmid, Professor für deutsche Sprache und Literatur an der ETH in Zürich. Schmid war von 1953–1957 Rektor der ETH Zürich.
Keystone
Die Schweiz stellt am 24. September 1962 vor dem Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) das Gesuch um die Assoziierung. Von rechts nach links sitzen Minister Edwin Stopper, Bundesrat Hans Schaffner und Bundesrat Friedrich Traugott Wahlen am grünen Tisch in Brüssel.
Die Schweiz stellt am 24. September 1962 vor dem Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) das Gesuch um die Assoziierung. Von rechts nach links sitzen Minister Edwin Stopper, Bundesrat Hans Schaffner und Bundesrat Friedrich Traugott Wahlen am grünen Tisch in Brüssel.
Keystone
Das offizielle Beitrittsgesuch der Schweiz zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).
Das offizielle Beitrittsgesuch der Schweiz zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).
Keystone/SDA/Thierry Monasse
Bundesrat Ernst Brugger, am Tisch 2. von rechts, unterzeichnet am 23. Juli 1972 in Brüssel den Vertrag mit der EWG. Rechts neben Brugger sitzt Paul H. Wurth, Ambassador der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, und links Paul R. Jolles, Staatssekretär der Schweiz.
Bundesrat Ernst Brugger, am Tisch 2. von rechts, unterzeichnet am 23. Juli 1972 in Brüssel den Vertrag mit der EWG. Rechts neben Brugger sitzt Paul H. Wurth, Ambassador der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, und links Paul R. Jolles, Staatssekretär der Schweiz.
Keystone
Die Europäische Freihandelsassoziation (Efta: European Free Trade Association) tagt am 27. Juni 1961 zum ersten Mal seit ihrer Gründung in London. Inhalt der Konferenz ist, ob einzelne Efta-Mitglieder den Beitritt in die EWG anstreben sollen.
Die Europäische Freihandelsassoziation (Efta: European Free Trade Association) tagt am 27. Juni 1961 zum ersten Mal seit ihrer Gründung in London. Inhalt der Konferenz ist, ob einzelne Efta-Mitglieder den Beitritt in die EWG anstreben sollen.
Keystone
Arnold Koller, CVP-Politiker und frisch gewählter Nationalrat des Kantons Appenzell Innerrhoden, in einer Aufnahme vom Juni 1971.
Arnold Koller, CVP-Politiker und frisch gewählter Nationalrat des Kantons Appenzell Innerrhoden, in einer Aufnahme vom Juni 1971.
Keystone
Der Premierminister von Grossbritannien, Winston Churchill, trifft am 19. September 1946 in der Universität Zürich ein, wo er später seine Rede hält, in der er zur Einigung Europas aufruft («Let Europe arise»).
Der Premierminister von Grossbritannien, Winston Churchill, trifft am 19. September 1946 in der Universität Zürich ein, wo er später seine Rede hält, in der er zur Einigung Europas aufruft («Let Europe arise»).
Keystone/Photopress-Archiv
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Herr Schweizer, Ihr Buch bildet den europapolitischen Diskurs in der Schweiz in den letzten 60 Jahren ab. Wie beantworten Sie selbst die Frage im Buchtitel: Ist die Integration am Ende? Ich habe dabei drei Perspektiven: Als ehemaliger Diplomat sehe ich selbstverständlich, dass die wirtschaftliche Integration nicht «am Ende» ist. Mein Co-Herausgeber Dominique Ursprung und ich sprechen im Buchtitel die politische Integration an, die wieder einmal an einer Weggabelung steht. Als Hochschuldozent ist es mir wichtig, dass möglichst alle wichtigen Fakten dazu aufgezeigt werden. Und als Staatsbürger gibt es neben der Realpolitik meiner Meinung nach Grenzen, die wenn immer möglich nicht überschritten werden sollten.

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