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«Die Schweiz steht auf der falschen Seite der Geschichte»

Die schwedische Juristin Beatrice Fihn (36) ist seit Juli 2014 die Chefin der Internationalen Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (Ican). Die Ican erhielt den Friedensnobelpreis 2017. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Die Schweizer Regierung will den Atomwaffenverbotsvertrag nicht unterzeichnen. Ihre Reaktion?

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Wie erklären Sie sich den Entscheid?

Können Sie konkreter werden?

Warum sollten die Atommächte so viel Druck ausüben?

Ist der Vertrag nicht reine Symbolpolitik? Niemand kann die Atommächte zwingen, ihr Arsenal aufzugeben.

Nämlich?

Der Bundesrat betont, er strebe ebenfalls eine atomwaffenfreie Welt an. Dafür sei aber der Atomwaffensperrvertrag von 1968 das effizientere Instrument. Dieses drohe durch den neuen Vertrag geschwächt zu werden.

Der Bundesrat sagt, Abrüstung könne man nur zusammen mit den Grossmächten erreichen, nicht gegen sie.

Die kleine Schweiz macht weltweit kaum einen Unterschied.

Der Bundesrat fürchtet, dass die militärische Kooperation mit den Nachbarstaaten leiden könnte.

Der Bundesrat argumentiert, im Falle einer Aggression könnte die Schweiz dereinst froh sein, wenn sie Schutz findet unter dem nuklearen Schutzschirm der Nato.

Der Bundesrat warnt davor, dass der Atomwaffenverbotsvertrag in den demokratischen westlichen Atommächten mehr Wirkung entfalten könnte als etwa in Russland oder in China. Damit werde der Westen militärisch geschwächt.

122 Länder haben 2017 dem Verbotsvertrag zugestimmt, doch erst 60 haben ihn unterzeichnet, erst 14 haben ihn ratifiziert. Das ist nicht viel.

Ihre Organisation hat ihren Sitz in Genf. Verlässt Ican die Schweiz jetzt?

Suchen Sie persönlich das Gespräch mit den Schweizer Behörden?

Und bei diesem Lobbying zählen Sie auch auf das Prestige des Friedensnobelpreises, den Ihre Organisation 2017 erhalten hat?