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«Die Nötigung hat ja nicht der Kunsthändler zu verantworten»

In Deutschland ist der Spross eines Kunsthändlers aufgeflogen, der offenbar jahrelang verschollene Bilder verkaufte – auch in die Schweiz. Historiker Georg Kreis zur Rolle der Schweiz im Handel mit Raubkunst.

Hier wurden die Werke über ein halbes Jahrhundert gehortet: Eingang zum Haus mit Cornelius Gurlitts Wohnung in München. (4. November 2013)
Hier wurden die Werke über ein halbes Jahrhundert gehortet: Eingang zum Haus mit Cornelius Gurlitts Wohnung in München. (4. November 2013)
Marc Müller, Keystone
Machte den historischen Fund bereits im Frühjahr 2011: Zollbehörde in München. (4. November 2013)
Machte den historischen Fund bereits im Frühjahr 2011: Zollbehörde in München. (4. November 2013)
Lennart Press/Getty Images
...sowie von Marc Chagall lagerten neben Müll in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.
...sowie von Marc Chagall lagerten neben Müll in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.
Keystone
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Der Berner Galerist Eberhard Kornfeld hat gegenüber «Focus» gesagt, er habe Geschäfte mit Cornelius Gurlitt getätigt und einige seiner Werke weiterverkauft. Weshalb ist es für einen Mann mit dem bekannten Namen Gurlitt möglich, in der Schweiz Kunst von dubioser Herkunft zu verkaufen?

Bei dieser Art von Geschäften hat ein grosses Umdenken stattgefunden. Die Problematik ist vielschichtig. Einerseits gibt es Raubkunst, andererseits konnte man zu Billigstpreisen kaufen. Das würde heute als Ausnützung einer Notlage eingestuft. Heute will man auch die lückenlose Herkunft eines Bildes kennen. Das war zur damaligen Zeit nicht so, womit ich aber keine Pauschalentschuldigungen begünstigen will. Denn man konnte häufig ahnen oder wissen, dass Raub und Verfolgung eine Rolle spielten. Doch das harte Faktum wollte man aufgrund der vielfach nebulösen Umstände nicht wahrhaben.

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