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«Die meisten Moscheen sind problematisch»

Buchautorin, Menschenrechtsaktivistin. Die Tunesier-Schweizerin Saïda Keller-Messahli (60).

BaZ: Frau Keller-Messahli, in Ihrem Buch «Islamistische Drehscheibe Schweiz» warnen Sie vor erzkonservativen Moscheen – sind alle problematisch?

Tatsächlich? Die Sonntagszeitung wählte den Berner Imam Mustafa Memeti 2014 zum Schweizer des Jahres, weil er einen moderaten Islam vertritt.

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Konservativ zu sein, ist doch kein Verbrechen.

Wann ist eine Moschee problematisch?

Sie kritisieren auch die Vereinigung der Islamischen Organisationen (VIOZ), den nach eigenen Angaben grössten kantonalen islamischen Dachverband. Was ist das Problem mit den Verbänden?

Immerhin stellt die VIOZ die muslimischen Seelsorger für das Pilotprojekt Asylzentrum des Bundes.

Nach Ende des Pilotprojekts wird es vorerst keine muslimischen Seelsorger in Asylzentren geben, weil die muslimischen Verbände das nicht finanzieren können.

Laut dem Staatssekretariat für Migration musste die VIOZ vor dem Pilotprojekt ihre Finanzen offenlegen.

Die Solothurner SVP schrieb kürzlich in ihrem Parteiblatt, dass es nicht nur in Winterthur und Biel, sondern auch im Kanton Solothurn radikale Imame geben soll. Kennen Sie die Moscheen?

Die Schweizerisch Islamische Gemeinschaft (SIG) bemängelt, dass Sie nie mit den Verantwortlichen gesprochen hätten. Warum nicht?

Die Solothurner Regierung sieht im Zusammenhang mit der Oltner Moschee keine Probleme. Ist das naiv?

Bei uns gilt die Meinungs- und die Religionsfreiheit, und wenn jemand gegen das Gesetz verstösst, dann wird er bestraft. Wo ist das Problem?

Sie schreiben in Ihrem Buch, Islamisten würden unsere Gesellschaft gezielt unterwandern und gerade bei jüngeren Menschen missionieren – unter anderem mit Geld aus Saudiarabien. Mit welchem Ziel?

Sie beziehen sich auf die Resolution von Strassburg von 1975, sie soll eine Grundlage dafür sein, dass Menschen aus dem arabisch-islamischen Raum in Europa ihre Religion verbreiten dürfen.

Sie fordern eine Politik der Nulltoleranz – wollen Sie eine Gesinnungspolizei?

Was fordern Sie von der Politik und den Behörden?

Wenn nur 15 Prozent der Muslime in der Schweiz ein Problem sind, warum wehrt sich dann nicht in erster Linie einmal die Mehrheit der anderen Muslime gegen die Radikalen in den Moscheen?

Es gibt Stimmen, die eine Anerkennung des Islam fordern – eine gute Idee?

Der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze von der Universität Bern kritisiert Ihr Buch. Sie würden darin Einzelfälle zu stark verallgemeinern.

Weshalb?

Kritik gab es auch für Ihren Beitrag im Buch zum Islam in Europa des österreichischen Integrationsfonds. Ein österreichischer Professor sagte, Ihr Text sei schlecht recherchiert, schlampig geschrieben, «von einer Person, die keine Ahnung vom Thema hat».

Er wirft Ihnen in Ihrem Text einen serbisch-nationalistischen Ton vor.

Sie sind selber Muslima – wie ist es Ihnen bei Ihren Recherchen ergangen?