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Die grössten Denker im ganzen Land

Wer prägt den öffentlichen Diskurs unseres Landes am meisten? Die Basler Zeitung kürt die 15 einflussreichsten Intellektuellen der Schweiz.

Journalisten lieben Ranglisten. Dem Leser sind sie entweder ein Ärgernis oder eine Freude, je nachdem, ob er dem Urteil des Schreibers zustimmt oder nicht. Ranglisten geben zu reden: Wer ist dabei, wer fehlt, wer steht zu Recht auf der Liste und welcher der Auserwählten gehört eigentlich nicht dorthin? Dieses Verzeichnis der 15 einflussreichsten Intellektuellen der Schweiz möchte beides sein: eine Zumutung und ein Anlass zur Zustimmung, denn eine Liste der wichtigsten Denker des Landes kann nur dann Anspruch auf ein gewisses Mass an Seriosität erheben, wenn sowohl die dabei sind, mit denen der Autor (oder der Leser) sympathisiert, als auch diejenigen, die ihn bereits durch ihren blossen Anblick in Rage versetzen. Manch einem mag Jean Ziegler ein Gräuel sein, und nicht wenige Leser werden sich fragen, wie um alles in der Welt man Christoph Mörgeli zu den bedeutendsten Geistesmenschen des Landes zählen kann. Anders gesagt: Weder politische Standpunkte noch literarische oder ästhetische Vorlieben sind hier die entscheidenden Kriterien, sondern allein der Einfluss der Denker, will heissen ihre Stellung im öffentlichen Diskurs des Landes.

Dass eine solche Liste unvollständig bleiben muss, ist klar. Auch dies mag ein Grund dafür sein, dass Ranglisten stets zu reden geben: Eine Auswahl zu treffen, ist immer auch eine Anmassung. Für wen hält sich der Redaktor, so wird sich der ein oder andere Leser fragen, dass er glaubt, eine Rangfolge von Intellektuellen aufstellen zu können, von Geistesgrössen, die ihn, den Zeitungsmann, doch mehr als nur um Haupteslänge überragen. All diese Einwände sind richtig. Wir geben es zu: Auf dieser Liste regiert notwendigerweise die reine Willkür. Anstelle von Adolf Muschg hätte man auch Paul ­Nizon wählen können, anstelle von Roger Köppel Res Strehle, anstelle von Gerhard Schwarz Robert Nef. Auch diese Aufzählung könnte man beliebig fortsetzen. Eine Rangliste aufzustellen, bedeutet oft, völlig falschzuliegen – und gleichzeitig vollkommen recht zu haben.

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