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«Die Flugfrachtmenge ist schlicht zu gross»

Nach den vereitelten Anschlägen mit Paketbomben werden die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen hochgeschraubt. Eine komplette Überwachung des Frachtguts scheint gemäss einem Experten nicht möglich.

Rund 1400 Tonnen Frachtgut jeden Tag: Verladung am Zürcher Flughafen.
Rund 1400 Tonnen Frachtgut jeden Tag: Verladung am Zürcher Flughafen.
Keystone

Nach dem Fund von zwei Paketbomben aus dem Jemen fahnden die Behörden weltweit mit Hochdruck nach den Drahtziehern. Gleichzeitig wurden fast überall die Sicherheitsvorkehrungen verschärft (siehe Box). Deutschland verhängte ein Landeverbot für Flugzeuge aus Jemen, London verbietet vorübergehend auch somalischen Frachtflugzeugen die Landung. Der Flughafen in Kloten möchte keine Auskunft geben, inwiefern die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden sollen - «aus Sicherheitsgründen», wie eine Sprecherin gegenüber Redaktion Tamedia mitteilt.

Die Aussage offenbart auch eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber einer Bedrohung, die sich endgültig zu etablieren scheint: Paketbomben. Anonyme Sender statt Selbstmordanschläge. Tatsächlich ist es für Flughäfen schwierig, eine vollständige Sicherheit zu gewährleisten: «Die Flugfrachtmenge ist schlicht zu gross», sagt Wolfgang Stölzle, Professor für Logistik Management an der Universität St. Gallen gegenüber «Tagesschau». Mit der heutigen Technik sei es zwar möglich, die Frachtpost genauer zu kontrollieren, doch sogenannte «Full-Scannings» seien entsprechend Aufwendig: «Aus Finanz- und auch Kapazitätsgründen ist das nicht realistisch», sagt Stölzle.

Nur Stichproben

Wie die Tagesschau berichtet, sind es weltweit rund 10 Milliarden Pakete, die jährlich in Flugzeugen spediert werden. Alleine am Flughafen Kloten werden täglich bis 1400 Tonnen Frachtgut abgefertigt. Je nach Absender und Destination würden nur noch Stichproben genommen. Peter Somaglia, Direktor von Cargologic, dem grössten Flugfrachtabfertiger der Schweiz, spricht gegenüber der «Tagesschau» von «sicherer» und «unsicherer» Fracht.

Somaglia schliesst ein «Full-Scanning» für Kloten nicht aus: Der Flughafen Zürich sei mit den neuesten technischen Möglichkeiten ausgerüstet. Doch nicht jedes Land habe die selben Sicherheitsbestimmungen im Flughafenbereich und finanziellen Mittel. Unterschiedliche Standards in unterschiedlichen Ländern seien das Problem, sagt Stölzle. Spediteure, Flughäfen und Airlines müssen künftig besser zusammenarbeiten.

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