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Die drei AKW-Szenarien für die Schweiz

Das Bundesamt für Energie (BFE) entwirft drei Wege für die Zukunft der Atomenergie in der Schweiz. Einer davon ist der totale Ausstieg. Am Nachmittag schaltet das Bundesamt für Gesundheit eine Hotline auf.

Die Schweiz muss die alten Atomkraftwerke abstellen, sagt Professor Wladimir M. Kuznetsow (55). Am meisten Sorgen bereitet ihm das AKW Leibstadt.
Die Schweiz muss die alten Atomkraftwerke abstellen, sagt Professor Wladimir M. Kuznetsow (55). Am meisten Sorgen bereitet ihm das AKW Leibstadt.
Keystone

Das Bundesamt habe den Auftrag erhalten, drei Szenarien auszuarbeiten, sagte BFE-Direktor Walter Steinmann. Eines davon ist der totale Ausstieg aus der Kernenergie.

Neben der unveränderten Fortsetzung der Atomkraft wird auch eine Art Mittelweg geprüft: Die Vorgabe wäre, ein Ersatzatomkraftwerk zu bauen und gleichzeitig «starke Investitionen in erneuerbare Energien und die Energieeffizienz» zu tätigen, wie Steinmann sagte. Heute gibt es fünf AKW in der Schweiz.

Bei den Arbeiten handelt es sich um eine Aktualisierung der Szenarien, die 2007 im Rahmen der Studie Energieperspektiven Schweiz entstanden, wie es beim BFE auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA hiess.

Neu kommt das Ausstiegsszenario dazu. Die neuen Analysen, die in rund einem Jahr vorliegen, sollen der Politik als Entscheidungsgrundlage dienen.

Gaskraftwerke wohl nötig

Um den Anteil der Atomenergie von 40 Prozent zu kompensieren, müsste noch stärker auf die Energieeffizienz und auf erneuerbare Energie gesetzt werden, sagte Steinmann. Das allein reiche aber kaum: «Wir vermuten, dass wir für eine Übergangsfrist wohl nicht auf Gaskraftwerke verzichten könnten.»

Bis die Gesuche für drei neue Kraftwerke weiterbehandelt werden können, dürfte laut Steinmann mindestens ein Jahr vergehen. Wenn es allenfalls zu einer Weiterbehandlung kommt, rechnet er «mit veränderten Vorzeichen». Heute wäre aus seiner Sicht keine Abstimmung über den Neubau eines Kraftwerks zu gewinnen.

Noch nicht entschieden ist, in welcher Art die Schweiz bei den Stresstests der EU für die Atomkraftwerke auf ihrem Gebiet mitmachen wird. Das müsse der Bundesrat noch besprechen, sagte BFE- Vizedirektorin Marianne Zünd zur SDA. Möglicherweise tue er dies noch in dieser Woche.

Der EU-Energiekommissar Günther Oettinger lud am Dienstag bei der Ankündigung der Tests die Schweiz explizit ein, an den Tests und der Ausarbeitung der Kriterien mitzuwirken.

Experten beantworten Fragen am Telefon

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Experten-Hotline für Fragen zu den Reaktorunfällen in Japan eingerichtet. Das Angebot wird ergänzt mit einem Katalog der häufigsten Fragen und Antworten auf der Internetseite des BAG.

Sind gesundheitliche Konsequenzen in der Schweiz zu befürchten? Ist es sinnvoll, Jodtabletten einzunehmen? Diese beiden Fragen beschäftigten die Bevölkerung besonders, sagte BAG-Sprecher Daniel Dauwalder. Auch wollten viele Menschen wissen, ob sie noch japanische Lebensmittel kaufen sollen.

Momentan seien keine direkten gesundheitlichen Konsequenzen in der Schweiz zu erwarten, hiess es auf der Internetseite des BAG. Deshalb gebe es auch keinen Grund, Jodtabletten einzunehmen. Im Notfall werde die Schweiz Jodtabletten an die Bevölkerung verteilen.

Der telefonische Informationsdienst wird von geschultem Personal der Firma Medgate betrieben, wie der BAG-Sprecher erklärte. Auf Deutsch wurde das Angebot am Mittwochmorgen gestartet, auf Französisch sollte die Hotline am Nachmittag in Betrieb gehen.

Die Hotline ist erreichbar unter der Telefonnummer 031 322 97 28.

SDA/bru

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