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«Die Busse ist masslos übertrieben»

Ein amerikanischer Tabakkonzern soll der Witwe eines Lungenkrebsopfers 23,6 Milliarden Dollar zahlen. Das Urteil sorgt für heftige Reaktionen – sogar die Klägerin ist erstaunt.

Verantwortlich für einen Schadenersatzfall in Milliardenhöhe: Von R. J. Reynolds hergestellte Zigaretten.
Verantwortlich für einen Schadenersatzfall in Milliardenhöhe: Von R. J. Reynolds hergestellte Zigaretten.
R. J. Reynolds Tobacco, Keystone

Das gibt es nur in Amerika: Der US-Tabakkonzern R. J. Reynolds muss der Amerikanerin Cynthia Robinson 23,6 Milliarden US-Dollar bezahlen, weil ihr Mann an Lungenkrebs gestorben ist.

In dem vierwöchigen Prozess warf Robinson dem Konzern vor, ihren Mann nicht ausreichend vor den Folgen des Rauchens gewarnt zu haben. Der Mann war demnach von Zigaretten abhängig und schaffte es nicht, mit dem Rauchen aufzuhören.

Christopher Chestnut, Anwalt der Witwe Cynthia Robinson, sagte der «New York Times»: «Das Gericht hat ein klares Statement abgegeben. Tabakkonzerne können Amerikaner nicht mehr über die giftigen und süchtig machenden Stoffe in ihren Produkten belügen.»

Der Tabakkonzern R. J. Reynolds hat einen Jahresumsatz von 11 Milliarden US-Dollar. Das Urteil ist dementsprechend ein schwerer Schlag. J. Jeffery Raborn, Vizechef von R. J. Reynolds, sagte der «New York Times»: «Die Busse ist masslos übertrieben und verstösst gegen das Recht Floridas und die amerikanische Verfassung.»

Schadenersatzsumme sei «jenseitig»

Auch die europäischen Medien haben kein Verständnis für die Busse in Milliardenhöhe. Die «Süddeutsche Zeitung» spricht von einem «rauchenden Prozessmonster». Der österreichische «Standard»schreibt: «Die Höhe des Schadenersatzes ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Man kann auch sagen jenseitig.»

Die britische «BBC» berichtet nüchtern, dass sich die Klagen gegen Tabakfirmen nach einem Urteil des höchsten Gerichts Florida gehäuft hätten. Aber die Summe sei viel höher als in vergleichbaren Fällen.

Sogar die Klägerin war von der Höhe des Urteils überrascht. «Als ich das Urteil gelesen habe, dachte ich zunächst, es handle sich um 23,6 Millionen US-Dollar. Da war ich schon aufgeregt. Dann hat mir mein Anwalt gesagt, es seien 23,6 Milliarden – einfach unglaublich», sagte die Witwe Cynthia Robinson der «New York Times».

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