«Die Briefbombe hat ihr Ziel erreicht»

Marxistische Gruppierungen könnten für den Anschlag auf Swissnuclear verantwortlich sein, vermutet Experte Albert A. Stahel. Die Schweiz habe sich zu lange in Sicherheit gewähnt.

Befürchtet weitere Anschläge: Albert A. Stahel (Video: Reuters).

Gemäss dem Terrorismus-Experten Albert A. Stahel könnten Ökoterroristen hinter dem Anschlag auf Swissnuclear stecken, wie er im Video-Interview mit Keystone sagt. Erste Erkenntnisse des wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich erhärten diese Vermutung. Die Briefbombe stamme aus anarchistischen Kreisen, sagten die Verantwortlichen heute an einer Pressekonferenz.

Stahel, der das Institut für Strategische Studien leitet, glaubt, dass es sich um Gruppierungen aus einem marxistischen Umfeld handelt. Keinesfalls handle es sich um einen Einzeltäter. Die Ökoterroristen würden in der Schweiz seit den 80er-Jahren eine «sehr virulente Szene» bilden, sagt Stahel. Sie würden von Gruppierungen aus Deutschland beeinflusst. Der Sprengstoffanschlag deute daraufhin, dass eine gewisse Professionalität vorhanden sei. «Die Briefbombe hat ihr Ziel erreicht. Sie hat für Angst gesorgt.»

«Früher war man mehr auf der Hut»

Stahel zeigt sich über den Anschlag nicht verwundert. Er vermutet sogar, dass weitere Objekte gefährdet sein könnten. Ihn erstaune jedoch die grosse Überraschung, mit der man nun auf den Vorfall reagiere. «Das zeigt, dass man bezüglich Sicherheit im Umfeld von AKW eingeschlafen ist.» Die AKW selber seien zwar sehr sicher. Aber alles, was damit zusammenhänge, nicht. «Transformatoren oder Büros sind nun die empfindlichen Ziele.» Früher sei man mehr auf der Hut gewesen als heute. «Wir haben zu wenig Polizei.»

miw

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt